Fachbeirat QM-Milch: Nicht nur der Standard ist neu!

Die jüngste Sitzung des Fachbeirats QM-Milch am 4. Februar stand ganz im Zeichen von Neuerungen (fast) allerorten: Neben den notwendigen Arbeiten rund um den zum 1. Juli 2026 in Kraft tretenden neuen Standard QM-Milch gab und gibt es auch im personellen Bereich große Veränderungen. Über den in relativ kurzer Zeit fast runderneuerten Vorstand von QM-Milch unter dem neuen Vorsitz von DBV-Generalsekretärin Stefanie Sabet haben wir Ende Dezember hier berichtet. Aber auch im hauptamtlichen Bereich gab es einen sichtbaren Turnaround: Das Ausscheiden des langjährigen Projektleiters Klaus Rufli und die Übernahme der Funktion durch Charlotte Roth ist erst ein gutes halbes Jahr her. Nun folgten jüngst nach dem elternzeitbedingten Ausscheiden von Elisa Münster die Einstellungen von Charlotte Peine und Svenja Lehrke als Referentinnen für Nachhaltigkeit und Tierwohl. Und auch an der hauptamtlichen Spitze hat sich zum 1. Februar maßgebliches geändert: Thomas May, ehemals und langjährig bei der QS GmbH tätig, hat, den Stab von Ludwig Börger übernommen.

Bei der jüngsten Sitzung wurde eingangs über Arbeiten und Ergebnisse aus den doch recht zahlreich gewordenen Arbeitsgruppen berichtet, von denen in den vergangenen 12 Monaten die "AG Revision QM-Standard" die wohl wichtigste und auch intensivste war. 

Die ursprünglich ab Januar 2026 vorgesehene „AG Erweiterung des Geltungsbereiches QM-Standard“, in der sich auch Carmen Natterer vom VMB für die Regionalstellen engagieren wird, wurde aufgrund der genannten personellen Veränderungen verschoben.

Eine weitere Arbeitsgruppe beschäftigte sich im Vorfeld mit der Abstimmung einer sog. Sanktionsverfahrensordnung, die mit kleinen Änderungen vom Fachbeirat positiv beschieden wurde.  In der Sanktionsverfahrensordnung sind Sanktionen festgelegt, die von einem von QM-Milch unabhängig besetzten Sanktionsbeirat verhängt werden können, wenn Systempartner von QM-Milch, also Milcherzeuger, Molkereien, Programmkoordinatoren oder auch Zertifizierungsstellen grob gegen die Vorgaben des QM-Milch-Systems verstoßen. 

Weitere Themen waren der Zeitplan des Übergangs des zum 30. Juni endenden Projektes "Modul Nachhaltigkeit" in das neue QM-Nachhaltigkeitsprogramm, auf das an dieser Stelle nicht dezidiert eingegangen werden soll. Eine Diskussion um die Ausgestaltung des Standplatzes für den Milchtanksammelwagen im Seuchenfall ergab, dass an der Formulierung im neuen Standard beim Kriterium 3.4.1 kein Anpassungsbedarf besteht. Ein großes Thema angesichts der akuter werdenden Seuchenlage auch im Rinderbereich sind mögliche Maßnahmen zur "Biosicherheit", worüber der VMB wegen dessen enormer Wichtigkeit in separaten Informationen noch berichten wird. Der Antrag der DLG auf gegenseitige Anerkennung von QM-Programm und DLG-Tierwohl konnte noch nicht zu Ende geführt werden, weil noch Abstimmungsbedarf besteht. Ebenso nicht behandelt werden konnte das durchaus strittige Thema QS-Antibiotikamonitoring im QM-Standard, weil ein schon länger geplanter Austausch zwischen den Extrempositionen der Erzeugerseite und der Handelsseite erst Mitte dieser Woche hat statt´finden können.

Abgerundet wurde die Sitzung des Fachbeirates durch einen sehr interessanten und informativen Vortrag von Dr. Reinhard Reents von der VIT in Verden/Aller zum Thema "Tierwohlindikatoren nutzbar machen - von QCheck zu QIndex". Über diesen und weitere Details der Sitzung wird der VMB in den kommenden Wochen regelmäßig berichten und informieren. Derzeit ist sehr viel im Fluss und viele Fragen, Anregungen und durchaus auch Bedenken warten auf Antworten.

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