Die Statistik der deutschen Milchanlieferungsmenge, bekanntgegeben von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), zeigt, wie bereits schon zum Vorjahr 2021 eingeläutet, einen weiterhin rückläufigen Trend. Obwohl im ökologisch/biologischen Bereich das Milchaufkommen noch stetig ansteigt, schwindet die Milchproduktion für den konventionellen Bereich. Das veröffentlichte Milchaufkommen für die Gesamtmilchmenge (aus konventioneller und bio-/ökologischer Milch) für den Mai 2022 beträgt 2,743 Milliarden Kilogramm. Der Rückgang zum Vorjahresmonat liegt, mit einem Mengendefizit von etwas mehr als 65 Millionen Kilogramm Milch, bei einem Minus von 2,3 Prozent.
Anmerkung: Allerdings muss bei den Werten aus dem Januar und folgende bis Juni 2022 und der Jahresmilchmenge berücksichtigt werden, dass aufgrund der neuen Milchgüteverordnung, die Umrechnung bei der Milcherfassung von Volumen auf Gewichteinheiten, in Deutschland auf den Faktor 1,03 umgestellt worden ist. Dies bedeutet, die Milchanlieferungsmenge in Volumen gemessen, erhöht sich in Kilogramm umgerechnet rein rechnerisch zum ersten Halbjahr 2021 zusätzlich noch um knapp ein Prozent.
Konventionelle Milcherzeugung: es bleibt rückläufig
Die Milchproduktion für konventionelle Milch bleibt in Deutschland bei einem stetigen Rückgang und begrenzt sich dabei nicht auf einzelne Bundesländer. Im Mai 2022 befand sich das deutsche Milchaufkommen (Erzeugerstandort) bei 2,62 Milliarden Kilogramm Milch. Der Rückgang beträgt somit knapp 70 Millionen Kilogramm Milch in einem Monat bei einem Minus von 2,6 Prozent. Die kumulierte Erzeugung befindet sich nach fünf Monaten bei 12,518 Milliarden Kilogramm Milch mit einem Minus von 2,4 Prozent. Die „Fehlmenge“ beträgt dabei mittlerweile über 300 Millionen Kilogramm.
Die höchsten Rückgänge wurden im Mai 2022 in Thüringen (- 7,4 %), in Berlin/Brandenburg (-5,4 %) und in Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland (- 5,9 %) errechnet. In Bayern lag der Milchmengenrückgang bei 3,7 Prozent. Sollten diese Rückgänge in gleicherweise für die restlichen Monate in Deutschland erfolgen, wäre die konventionelle Jahresmilchmenge (Erzeugerstandort) nochmals deutlicher unter der 30-Milliarden-Grenze. Nachdem der durchschnittliche prozentuale Abstand in Bayern (nach fünf Berechnungsmonaten) über den deutschen Wert liegt, würde die Jahresmenge sich nur noch in etwa auf 6,8 Milliarden Kilogramm Milch begrenzen (Jahresmilchmenge 2020 Bayern konventionell Milch/Erzeugerstandort: 7,172 Milliarden Kilogramm Milch!!).
Ökologisch/biologische Milch: weiteres Wachstum
Auch wenn die prozentualen Steigerungen der Vorjahre (zum Teil zweistellig) heuer bei Biomilch nicht mehr in dem Umfang registriert werden, ein gewisses Wachstumspotential ist noch vorhanden. In Bayern noch etwas ausgeprägter als in den übrigen Bundesländern. Im Schnitt wurde in Deutschland im Mai 2022 mit 122,5 Millionen Kilogramm gut 3,5 Prozent mehr Milch erzeugt. Bayern hat seine Biomilchanlieferung um 4,6 Prozent zum Vormonat gesteigert und erfasste eine Menge von über 60 Millionen Kilogramm Milch. Die vorläufig aufsummierte Menge in Deutschland befindet sich nun bei 553 Millionen Kilogramm Milch und wird daher aller Voraussicht nach, zum Jahresende bei gut 1,3 Milliarden Kilogramm Milch landen. Die bayerischen Biomilchverarbeiter erfassten in den ersten fünf Kalendermonaten 275 Millionen Kilogramm Milch, welches eine prozentuale Steigerung von 6,1 Prozent ergibt.