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Milchviehbestände Bayern - Ergebnisse zum Stichtag 03.November 2025

Wichtigste Zahlen und Fakten: 

Kennzahl (Stichtag 03.11.2025)DeutschlandBayern
Rinderbestand gesamt10,5 Mio. Tiere
Veränderung ggü. 2024−0,4 % (−41.000)
Milchkühe gesamt3,6 Mio. Tiere1,03 Mio. Tiere
Veränderung Milchkühe ggü. 2024+0,2 % (+7.200)−0,5 % (−5.000)
Veränderung Milchkühe ggü. 2023−116.000−26.000
Anzahl Milchkuhbetriebe47.15721.676
Veränderung Betriebe ggü. 2024−3,1 %−3,5 %
Durchschnittliche Herdgröße 202373,546,9
Durchschnittliche Herdgröße 202474,046,0
Durchschnittliche Herdgröße 202576,047,5

Kernaussagen:

  • Langfristiger Rückgang der Rinder- und Milchkuhbestände hält an.
  • Leichte bundesweite Stabilisierung bei Milchkühen, aber keine Trendwende.
  • Strukturwandel beschleunigt sich: weniger Betriebe, größere Herden.
  • Bayern ist stärker vom Rückgang betroffen als der Bundesdurchschnitt.

Kurz vor den Weihnachtsfeiertagen sind am 22. Dezember 2025 die Ergebnisse der jüngsten Viehzählung veröffentlicht worden. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hielten die landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland zum Stichtag 3. November 2025 knapp 10,5 Millionen Rinder. Gegenüber dem Vorjahr (November 2024) entspricht dies einem Rückgang um 0,4 Prozent beziehungsweise rund 41.000 Tiere. Damit setzt sich der seit Jahren anhaltende Abwärtstrend beim Rinderbestand unvermindert fort.

Auch im Zweijahresvergleich zeigt sich die Entwicklung deutlich: Seit November 2023 ist der Rinderbestand bundesweit um rund 416.000 Tiere gesunken. Innerhalb von nur zwei Jahren ging der Bestand damit um knapp 4 Prozent zurück. Der Rückgang ist somit kein kurzfristiger Effekt, sondern Ausdruck eines strukturellen Wandels in der Rinderhaltung.

Differenzierter fällt der Blick auf den Milchkuhbestand aus. Bundesweit wurden im November 2025 rund 3,6 Millionen Milchkühe gezählt. Das sind 0,2 Prozent beziehungsweise etwa 7.200 Kühe mehr als im November 2024. Im Vergleich zu den Vorjahren relativiert sich dieser leichte Anstieg jedoch: Gegenüber November 2023 liegt der Milchkuhbestand weiterhin um rund 116.000 Tiere niedriger. Der aktuelle Zuwachs stellt damit eher eine kurzfristige Stabilisierung als eine Trendwende dar.

Durchschnittliche Herdgrößen bundesweit
Unabhängig von der Tierzahl setzt sich der Strukturwandel bei den Betrieben mit hoher Dynamik fort. Die Zahl der Milchkuhhaltungen sank bundesweit innerhalb eines Jahres um 3,1 Prozent auf 47.157 Betriebe. Im Vergleich zu November 2023 entspricht dies einem Rückgang von mehr als 3.400 Betrieben. Damit scheiden weiterhin deutlich mehr Betriebe aus der Milchviehhaltung aus, als sich der Milchkuhbestand reduziert – ein klarer Hinweis auf wachsende Bestandsgrößen in den verbleibenden Betrieben.
Die Entwicklung spiegelt sich auch in der durchschnittlichen Herdgröße wider:

  • 2023: 73,5 Kühe/Betrieb
  • 2024: 74,0 Kühe/Betrieb
  • 2025: 76,0 Kühe/Betrieb

Dies zeigt, dass die verbleibenden Betriebe zunehmend größere Herden halten, was den Strukturwandel in der Milchviehhaltung unterstreicht.

Bayern: Rückgang bei Kühen und Betrieben stärker als im Bund
Besonders ausgeprägt ist diese Entwicklung im Freistaat Bayern. Zum Stichtag 3. November 2025 wurden hier rund 1,03 Millionen Milchkühe gezählt. Gegenüber November 2024 entspricht dies einem Rückgang um etwa 5.000 Tiere (–0,5 Prozent). Während sich der Milchkuhbestand bundesweit leicht positiv entwickelte, setzte sich in Bayern damit der Abwärtstrend fort. Noch deutlicher fällt der Vergleich über einen längeren Zeitraum aus: Seit November 2023 ist der Milchkuhbestand in Bayern um rund 26.000 Tiere zurückgegangen. Der Anteil Bayerns am bundesweiten Milchkuhbestand sinkt damit weiter kontinuierlich.

Auch in Bayern ist der Strukturwandel bei den Betrieben spürbar: Die Zahl der Milchkuhhaltungen lag im November 2025 bei 21.676 Betrieben. Das sind knapp 800 Betriebe weniger als ein Jahr zuvor (–3,5 Prozent). Im Vergleich zu Mai 2025 bedeutet dies innerhalb von nur sechs Monaten einen zusätzlichen Rückgang um gut 300 Betriebe.

Durchschnittliche Herdgrößen in Bayern
Die durchschnittliche Herdgröße in Bayern liegt weiterhin deutlich unter dem Bundesdurchschnitt, zeigt aber ebenfalls einen Aufwärtstrend:

  • 2023: 46,9 Kühe/Betrieb
  • 2024: 46,0 Kühe/Betrieb
  • 2025: 47,5 Kühe/Betrieb

Damit wird deutlich: Bayern verzeichnet nicht nur absolut, sondern auch relativ einen stärkeren Strukturwandel als der Bundesdurchschnitt – mit sinkender Zahl an Betrieben und gleichzeitig leicht wachsenden Herden je Betrieb.

Fazit
Die Ergebnisse der Viehzählung 2025 zeigen deutlich: Während sich der Milchkuhbestand auf Bundesebene zuletzt leicht stabilisiert hat, setzt sich der langfristige Rückgang fort – insbesondere in Bayern. Gleichzeitig beschleunigt sich der Strukturwandel weiter. Immer weniger Betriebe halten immer mehr Tiere, was sich sowohl in der Gesamtzahl der Betriebe als auch in den durchschnittlichen Herdgrößen widerspiegelt. Dies verschärft die wirtschaftlichen, arbeitswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen der Milchviehhaltung weiter. Eine nachhaltige Stabilisierung der Tierzahlen ist ohne eine Trendwende bei den Betrieben derzeit nicht erkennbar.

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