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Tierseuchen in Deutschland – aktuelle Entwicklungen, Ursachen und Maßnahmen (Stand 2025)

Tierseuchen haben Deutschland und die angrenzenden europäischen Staaten in den vergangenen Jahren stark beschäftigt. Allein im Jahr 2024 traten mehrere bedeutende Tierseuchen parallel auf, darunter die Afrikanische Schweinepest (ASP), die Blauzungenkrankheit (BTV), die Aviäre Influenza (HPAI), das Bovine Herpesvirus (BHV-2) sowie regionale Ereignisse der Maul- und Klauenseuche (MKS) im europäischen Umfeld.

Auch im Jahr 2025 setzte sich diese Entwicklung fort. Neben weiteren Fällen der Vogelgrippe und der Blauzungenkrankheit (insbesondere BTV-8) wurden erstmals Ausbrüche der Lumpy Skin Disease (LSD) in Italien und Frankreich gemeldet. In Deutschland kam es Anfang 2025 zudem zu einem einzelnen MKS-Ausbruch bei Wasserbüffeln in Brandenburg. Deutschland gilt seit April 2025 wieder offiziell als MKS-frei.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen dieser Seuchen sind erheblich. Landwirtschaftliche Betriebe sehen sich mit Tierverlusten, Produktionsausfällen und Handelsbeschränkungen konfrontiert. Auch Versicherungen verzeichneten hohe Schäden – allein im Jahr 2024 beliefen sich diese auf rund 96 Millionen Euro.

Ursachen des zunehmenden Tierseuchengeschehens

Der Anstieg von Tierseuchen ist multifaktoriell bedingt. Zwei Einflussgrößen stehen dabei im Vordergrund:

1. Klimawandel
Steigende Durchschnittstemperaturen, mildere Winter und veränderte Niederschlagsmuster begünstigen die Ausbreitung von Insektenvektoren wie Gnitzen, Stechmücken und Fliegen. Gleichzeitig verändern sich Zug- und Überwinterungsrouten von Wildvögeln, wodurch Krankheitserreger länger und flächendeckender in Mitteleuropa präsent bleiben.

2. Globalisierung und Mobilität
Der internationale Handel mit Tieren und tierischen Produkten, globale Lieferketten sowie die hohe Reisetätigkeit von Menschen erhöhen das Risiko, Krankheitserreger nach Deutschland einzuschleppen. Auch der private Import tierischer Lebensmittel spielt hierbei eine Rolle.

In unserer Reihe werden wir wöchentlich die derzeit relevantesten Tierseuchen mit Blick auf Ursachen, Übertragungswege und empfohlene Maßnahmen darstellen. In KW 4 folgt der erste Teil.

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