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DigiMilchPro: Digitalisierung der Milchviehhaltung konsequent weitergedacht

Mit der Kickoff-Veranstaltung am 27. April 2026 im LfL-Forum in Grub/Poing ist das Forschungsprojekt DigiMilchPro offiziell gestartet. Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Landwirtschaft, Wissenschaft, Industrie und Organisationen nutzten die Gelegenheit zum fachlichen Austausch und zur gemeinsamen Ausrichtung der kommenden Projektarbeit. Auch Ursula Güttersberger und Carmen Natterer vom VMB begleiteten den Auftakt vor Ort.

DigiMilchPro baut gezielt auf den Ergebnissen des Vorgängerprojekts DigiMilch (2019–2025) auf. Während DigiMilch vor allem darauf ausgerichtet war, bestehende digitale Technologien entlang der Prozesskette Milch zu testen, zu bewerten und auf Praxisbetrieben zu demonstrieren, geht DigiMilchPro nun einen Schritt weiter: Der Fokus liegt stärker auf der Vernetzung, Integration und konkreten Nutzung der Daten sowie auf der Weiterentwicklung intelligenter Anwendungen. Hintergrund ist die zentrale Erkenntnis aus DigiMilch, dass viele digitale Lösungen zwar vorhanden sind, deren Mehrwert jedoch häufig erst durch systemübergreifende Verknüpfung und praxisgerechte Auswertung entsteht.

Ein personeller Wechsel markiert gleichzeitig den Übergang in die neue Projektphase: Dr. Isabella Lorenzini übernimmt gemeinsam mit Maria Schneider die Projektkoordination und führt die inhaltliche Weiterentwicklung fort. In diesem Zusammenhang gilt ein besonderer Dank Dr. Bernhard Haidn, der das Projekt DigiMilch über viele Jahre maßgeblich mitgestaltet und geprägt hat und sich seit Mai 2025 im Ruhestand befindet. Sein Engagement hat eine wichtige Grundlage für die Weiterführung in DigiMilchPro geschaffen.

Inhaltlich konzentriert sich DigiMilchPro auf vier zentrale Themenfelder: Datenmanagement und Datenvernetzung im Feld, der Einsatz von Künstlicher Intelligenz zur Verbesserung des Tierwohls, modernes Weidemanagement sowie ein intensiver Wissenstransfer. Bereits im Kickoff wurde deutlich, dass insbesondere die Interpretation und betriebliche Nutzung von Daten künftig im Mittelpunkt stehen wird – etwa durch teilflächenspezifische Grünlandbewirtschaftung oder die Integration von Felddaten in Farmmanagementsysteme.

Auch im Bereich Tierwohl eröffnen sich neue Perspektiven: Digitale Systeme zur automatisierten Lahmheitserkennung oder zur Erfassung von Hitzestress zeigen, wie Tiergesundheit künftig frühzeitiger und objektiver bewertet werden kann. Im Weidemanagement wurden zudem praxisrelevante Ansätze diskutiert, etwa die Kombination von automatischen Melksystemen mit Weidehaltung oder der Einsatz digitaler Steuerungssysteme.

Der Auftakt macht deutlich: DigiMilchPro versteht Digitalisierung zunehmend als zentrales Managementinstrument für eine effizientere, tiergerechtere und zukunftsfähige Milchproduktion. Ziel ist es, die gewonnenen Erkenntnisse gemeinsam mit Praxisbetrieben weiterzuentwickeln und praxisnah nutzbar zu machen.

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