Nach einer verbesserten Nachfrage nach europäischen Milchprodukten im September, konnten im Oktober die Ausfuhren in Drittstaaten weiter gesteigert werden. Das Handelsvolumen, insbesondere von Magermilchpulver und Molkenpulver, bewegte sich deutlich über dem Vorjahresmonat. Auch die Lieferungen von Butter/-öl und Käse verspürten im Welthandel ein höheres Kaufinteresse. Verhalten entwickelte sich das Drittlandgeschäft mit Vollmilchpulver, die gehandelten Mengen lagen weiterhin hinter den Lieferungen von 2024 zurück.
EU-Drittlandexporte drehen im Oktober deutlich ins Plus
Trotz des ungünstigen Währungsverhältnisses – starker Euro, schwacher Dollar – erhielt der europäische Drittlandexport im Oktober einen stärkeren Nachfrageimpuls. Dabei dürfte ein deutlicher Rückgang der Verkaufserlöse die Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Handel für europäische Milchprodukte gestärkt haben. In Summe aller Produkte wurde rund 5 % mehr Menge im Oktober aus der EU heraus geliefert.
Einen spürbaren Anstieg verzeichneten die Exporte von Magermilchpulver. Die EU-27 steigerte die Ausfuhren um gut 58 % gegenüber dem Vorjahresmonat und konnte auf bisheriger Jahressicht um gut 8 % mehr Magermilchpulver platzieren. Während der Hauptimporteur Algerien weniger Menge nachfragte, legten die Lieferungen nach Vietnam, Malaysia und Vereinigte Arabische Emirate zu. Der Handel mit Molkenpulver setzte die positive Entwicklung der letzten beiden Monate fort und der Mengenumsatz erhöhte sich um 29 % gegenüber Oktober 2024. Importeure aus China, Malaysia und das Vereinigte Königreich zeigten einen höheren Bedarf. Bei der kumulierten Betrachtung von Januar bis Oktober errechnete sich ein Plus von rund 2 %. Der Export von Butter/-öl verfehlte im gleichen Zeitraum das Vorjahresniveau um gut 2 %. Die Exporte entwickelten sich über die Monate sehr uneinheitlich, im Oktober konnte das Vorjahresniveau um rund 6 % übertroffen werden.
Die Lieferungen an Käse, welche mengenmäßig den bedeutendsten Anteil einnehmen, verbesserten sich im Oktober um 5,5 %. Bereits seit 2022 bewegen sich die europäischen Käseexporte auf sehr hohem Niveau und auch in 2025 behaupten sich die Liefermengen (+1 %) über den ersten 10 Monaten des letzten Jahres.
Der Absatz an Milch und Sahne entwickelte sich anhaltend freundlich, bis einschließlich Oktober konnte um rund 9 % mehr Menge umgesetzt werden als im Vorjahreszeitraum.
Kräftig zurückgegangen sind die Ausfuhren von Vollmilchpulver. Bereits das ganze Jahr über lagen die Lieferungen deutlich – bis zu 36 % - unter dem Vorjahresniveau, im Oktober hatte sich der Rückstand auf 7 % verringern können. In Summe wurde in den bisherigen zehn Monaten um rund 21 % weniger exportiert. Abnehmer wie China, Saudi-Arabien und Nigeria importierten spürbar weniger Ware.