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Milchbilanz 2025 mit veränderter Nachfrage: Mehr Butter, mehr Käse, aber weniger Milch

Die aktuellen Zahlen zur Milchproduktion und zum Verbrauch in Deutschland für das Jahr 2025 zeigen ein differenziertes Bild: Während die Milchanlieferung leicht gestiegen ist, verschieben sich die Konsumgewohnheiten weiter.

Produktion steigt leicht an
Im Jahr 2025 lieferten deutsche Milcherzeuger rund 31,6 Millionen Tonnen Milch an die Molkereien – ein Plus von gut 1 % gegenüber dem Vorjahr. Auffällig ist dabei insbesondere die Entwicklung einzelner Produktgruppen: Die Herstellung von Butter sowie Milchfett- und Milchstreichfetterzeugnissen nahm deutlich um 9,4 % zu. Insgesamt wurden 518.100 Tonnen dieser Produkte erzeugt. Zum Vergleich: Für die Herstellung eines handelsüblichen 250-Gramm-Päckchens Butter werden etwa 5 Kilogramm Milch benötigt.
Auch die Käseproduktion legte leicht zu und erreichte 2,76 Millionen Tonnen. Demgegenüber setzte sich der rückläufige Trend bei Konsummilch fort: Mit einem Minus von 2,6 % sank die Produktionsmenge bereits zum fünften Mal in Folge auf rund 4 Millionen Tonnen.

Verbrauch: Weniger Milch, mehr Käse und Butter
Beim Konsum zeigen sich klare Verschiebungen: Der Pro-Kopf-Verbrauch von Konsummilch ging 2025 um etwa 1 Kilogramm auf 45,1 Kilogramm zurück. Gleichzeitig gewannen andere Milchprodukte an Beliebtheit. So stieg der Käsekonsum auf 26,4 Kilogramm pro Person – ebenfalls ein Zuwachs von knapp 1 Kilogramm. Besonders gefragt waren Hart-, Schnitt-, Weich- und Frischkäse, während Pasta-Filata- und Schmelzkäseprodukte rückläufig waren.
Auch Butter wurde häufiger konsumiert: Der durchschnittliche Verbrauch erhöhte sich um 250 Gramm auf 5,6 Kilogramm pro Kopf.

Außenhandel und Selbstversorgung
Die gestiegene Butterproduktion ging einher mit einer sinkenden Einfuhr (-7,9 %) und steigenden Ausfuhren (+5,2 %). Dadurch erhöhte sich der Selbstversorgungsgrad in diesem Segment deutlich auf 111,5 %. Insgesamt blieb der Selbstversorgungsgrad bei Milch mit 106,3 % weitgehend stabil.
Im Käsebereich hingegen sank der Selbstversorgungsgrad leicht von 129 % auf 125 %, trotz gestiegener Produktion.

Strukturwandel setzt sich fort – mit einer Ausnahme
Ein Blick auf die Strukturen in der Milchviehhaltung zeigt ein gemischtes Bild: Die Zahl der Betriebe ging erneut zurück und sank um 3,1 % auf 47.157 – ein neuer Tiefstand. Gleichzeitig stieg die durchschnittliche Herdengröße auf 76 Kühe je Betrieb.
Bemerkenswert ist jedoch eine Trendwende beim Milchviehbestand: Erstmals seit 2015 ging die Zahl der Milchkühe nicht weiter zurück, sondern stieg leicht um mehr als 7.000 Tiere auf knapp 3,6 Millionen.

Fazit
Die Milchwirtschaft in Deutschland bleibt im Wandel: Eine leicht steigende Produktion trifft auf veränderte Konsumgewohnheiten. Während klassische Konsummilch an Bedeutung verliert, gewinnen verarbeitete Produkte wie Käse und Butter weiter an Relevanz. Parallel dazu setzt sich der Strukturwandel in der Landwirtschaft fort – wenn auch mit ersten Anzeichen einer Stabilisierung beim Tierbestand.

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