Zu Beginn der zweiten Aprilhälfte erhielt die Milchanlieferung in Deutschland einen Impuls, das Aufkommen legte zwischenzeitlich wieder dem saisonalen Trend entsprechend zu. Aktuell verlangsamt sich die Entwicklung und die Anlieferungskurve zeigte sich im Vorwochenvergleich etwas schwächer. Der Vorsprung zur Vorjahreslinie mit knapp 5 % blieb anhaltend groß, so dass im bisherigen Jahresverlauf 6,1 % mehr Milch angeliefert wurde.
Die Fett- und Eiweißverwertung über den Rohstoffmarkt gestaltete sich angesichts der anhaltend hohen Rohmilchverfügbarkeit sehr schwierig. Für Sahne und Rohmilch gaben die Spotkurse auf niedrigem Niveau erneut nach. Die Kurse für Magermilch/-konzentrat konnten sich allenfalls auf schwachem Niveau knapp behaupten.
Pulverhandel mit sehr guten Absätzen, insbesondere bei Magermilch- und Molkenpulver. Hohe Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Handel hält Kurse auf fester Spur.
Butter: Verbraucherpreise gesenkt
Die Bestellungen an abgepackter Butter bewegten sich in einem normalen Umfang. Eine Belebung durch das Spargelgeschäft, welches teilweise ruhiger verlief, war bisher kaum zu verspüren. Ob mit der Verbraucherpreissenkung der Discounter, auf 1,05 Cent/250 g Päckchen im Preiseinstiegssegment (-14 Cent), die Erwartungen an ein wachsendes Kaufinteresse der Verbraucher erfüllt wird, bleibt abzuwarten. Auf die Molkereiabgabepreise erhöhte sich der Druck, die Notierungen wurden um bis zu 0,40 Cent/kg gekürzt.
Der Handel mit Blockbutter zeigte sich gegenüber den vergangenen Wochen wenig verändert. Die ruhige Nachfrage setzte sich fort, das Interesse an neuen Abschlüssen blieb verhalten. Allenfalls für spätere Termine gab es vereinzelt etwas Bedarf. Der stetige Preisrückgang vom April setzte sich fort.
Käse: geringe Bestände, sehr lebhafter Absatz
Ähnlich wie in den vergangenen Wochen standen die Produktionen zur Schnittkäseherstellung unter voller Auslastung. Zum einen war das Rohmilchaufkommen weiterhin sehr umfangreich, zum anderen blieb die Absatzsituation anhaltend freundlich. Im nationalen Handel bewegten sich die Bestellungen aus dem LEH/Discount auf sehr hohem Niveau und auch über den Foodservice zogen die Mengenumsätze an. Ein wachsendender Bedarf entwickelte sich saisontypisch im Export nach Südeuropa. Entsprechend blieben in den Reifelagern der Hersteller die Bestände gering und jung. Die nationale Leitnotierung in Hannover notierte unveränderte Kurse.