Im vergangenen Jahr blieb der saisonal typische Rückgang von August bis November aus und die Milchanlieferung bewegte sich nahezu seitwärts auf außergewöhnlich hohem Niveau. Vor diesem Hintergrund wird heuer in den Herbstmonaten mit einem Basiseffekt gerechnet und die Milchanlieferung sollte sich wieder deutlich unter der Vorjahreslinie bewegen. Bisher näherte sich das bundesweite Milchaufkommen Mitte September nur sehr langsam der Vorjahreslinie an und stagnierte entgegen den Erwartungen, es wurde immer noch gut 1 % mehr Milch erfasst. Der Rohstoffmarkt wurde von einer volatilen Kursentwicklung geprägt. Rahm und Magermilchkonzentrat tendierten schwächer, für Rohmilch und Magermilch wurden knapp behauptete Spotpreise aufgerufen. Magermilchpulver nahm bei anhaltend festen Preisen sowohl am Binnenmarkt als auch im Drittlandexport eine recht zügige Nachfrage ein. Für Molkenpulver tendierten die Preise auf sehr hohem Niveau unverändert. Die Preisspitzen scheinen derzeit ausgereizt zu sein. Der Handel mit Vollmilchpulver verlief ruhig bei meist behaupteten Kursen.
Butter: gute Umsätze mit Päckchenbutter
In der zweiten Septemberhälfte bewegten sich die Bestellungen des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) für abgepackte Butter auf einem normalen bis guten Niveau. Die stetigen Kaufaktivitäten der Verbraucher dürften dabei auch von wiederkehrenden preisgünstigen Butter-Aktionen gestützt worden sein. Mit der Anhebung der Butterpreise im Einstiegssegment (1,19 Euro/250 g Ziegel) in der ersten Monatshälfte, kostet das 250 g-Päckchen dennoch um 60 Cent weniger als im Vorjahr. Der Handel mit Blockbutter wurde unterschiedlich bewertet. Gefrorene Blockware wurde bei ausreichenden Beständen wenig umgesetzt, gefragt war frische Ware. Für geformte Ware legten die Notierungen zu und erreichten die Linie von 5,00 Euro/kg in der Preisobergrenze. Unveränderte Notierungen wurden für Blockbutter aufgerufen.
Käse: Bestände schrumpfen zunehmend
Am nationalen Markt wurde Schnittkäse anhaltend rege vom LEH nachgefragt. Die Lieferungen an Gastronomie und Kantinen bewegte sich ebenfalls auf hohem Niveau. Im Export wurden kontinuierlich große Mengen über bestehende Kontrakte abgerufen, für neue Abschlüsse berichten Marktteilnehmer von einem etwas ruhigeren Kaufinteresse. Mit der festeren Preisentwicklung hat deutsche Ware etwas an Preisattraktivität im internationalen Handel verloren. Die Verfügbarkeit an Schnittkäse blieb begrenzt. Bei einem abnehmenden Rohmilchaufkommen wurde zudem Rohstoff in andere, profitablere Verwertungen gelenkt. Aus diesen Gründen konnten zuletzt keine Lagerbestände aufgebaut werden und in den Reifelagern sinkt das Angebot an verfügbarer Ware stetig.