Die Milchanlieferung in Deutschland hat sich in der ersten Aprilhälfte verlangsamt, nachdem Ende März der saisonal steigende Trend erstmals unterbrochen wurde. Der Mengenzuwachs nahm im Wochenvergleich nur noch moderate Steigerungsraten ein. Das Milchaufkommen scheint sich auf dem sehr hohen Niveau einzupendeln und hält somit gegenüber der Vorjahreslinie einen kräftigen Vorsprung von 5,8 %. Im bisherigen Jahresverlauf wurde in Summe um gut 6 % mehr Milch in Deutschland erzeugt.
Der Rohstoffmarkt stand weiterhin unter den umfangreichen Milchaufkommen und ausgereizten Verarbeitungskapazitäten, welche den Rohmilchhandel einschränkten. Entlastung kam sporadisch über den Frischproduktemarkt, der die Nachfrage am Spotmarkt beeinflusst. Der Bedarf der Hersteller orientierte sich oftmals am Witterungsverlauf. Die Spotkurse für Rohmilch, Sahne und Magermilch waren zuletzt von einem Auf und Ab auf verhaltenem Niveau geprägt.
Butter: Ruhigere Nachfrage
Nach einem sehr regen Absatz bei abgepackter Butter zum Ostergeschäft entwickelte sich zu Monatsmitte ein ruhigerer Geschäftsverlauf. Die Verbrauchernachfrage wurde deutlich schwächer beurteilt. Die Erwartungen an Nachfrageimpulsen durch die angelaufene Spargelsaison kamen bisher nicht zum Tragen. Im Preiseinstiegsbereich lagen die Verbraucherpreise weiterhin bei 1,19 Cent/250 g Päckchen und hatten sich rund 80 Cent unter dem Vorjahresniveau bewegt. Im Handel mit Blockbutter entwickelte sich kaum Neugeschäft, es wurde von einem anhaltend abwartenden Kaufinteresse berichtet. Die aufgerufenen Preise tendierten teilweise nochmals schwächer.
Käse: Anhaltend reges Geschäft
Der Handel mit Schnittkäse wurde auch nach dem Ostergeschäft von einer anhaltend hohen Nachfrage geprägt. Die nationalen Bestellungen aus dem LEH wurden rege abgerufen, was für ein hohes Kaufinteresse der Verbraucher spricht. Mit den abgerufenen Mengen aus der Industrie und der Gemeinschaftsverpflegung war man zufrieden. Die Lieferungen an die Gastronomie stand in Abhängigkeit des Witterungsverlaufs und dürften saisontypisch Impulse erhalten. Anziehender Bedarf wird auch für das Exportgeschäft im europäischen Binnenmarkt erwartet. Der hohen Nachfrage stand angesichts des umfangreichen Rohmilchaufkommens eine ausgereizte Käseproduktion gegenüber. Dennoch konnten die nachgefragten Mengen nicht immer vollständig bedient werden. Die Preisentwicklung auf Großhandels- und Verbraucherebene nahm Mitte April ein konträres Bild ein. Während zuletzt die Tagespreise für Schnittkäse ab Werk eine feste Preisentwicklung einnahmen, senkten maßgebende Discounter die Verbraucherpreise für Käse.