Konventioneller Milchpreis (oGT): 50 Cent-Marke deutlich unterschritten
Der Preisdruck am Milchmarkt erhöhte sich zum Ende des Jahres 2025 spürbar und im Dezember folgten bei den bayerischen Milchauszahlungspreisen teils sehr kräftige Preisabschläge. In der Fettverwertung haben die Verkaufserlöse im November um weitere 9 % verloren und gegenüber dem Vorjahresmonat mussten die Verkaufspreise einen Einbruch von über 35 % hinnehmen. In der Käsevermarktung reduzierten sich die Großhandelspreise gegenüber Oktober um 11 % und hatten zum Vorjahr um rund 28 % weniger erlöst.
Die Verwertungen über die Pulverherstellung entwickelten sich uneinheitlich. Während für Magermilch- und Vollmilchpulver die Verkaufspreise zurückgenommen wurden, zeigte sich im Verkauf von Molkenpulver eine stabil bis feste Entwicklung. Die Notierungen für Molkenpulver bewegten sich dabei über dem Vorjahresniveau.
Preisdruck übte das hohe Milchaufkommen sowohl national als auch im europäischen und weltweiten Umfeld. Seit August nimmt die Milcherzeugung eine außergewöhnlich hohe Menge ein und auch der saisonale Abschwung mit dem üblichen Jahrestief im November blieb im Jahresverlauf 2025 aus.
Die Folgen für die bayerischen Milchviehalter sind in den aktuellen Auszahlungsleistungen merklich zu spüren. Nach den aktuellen Preisermittlungen vom Verband der Milcherzeuger in Bayern (VMB) wurden im Dezember die Milchpreise um durchschnittlich 2,9 Cent/kg auf 48,00 Cent/kg Milch reduziert (bei 4,2 % Fett, 3,4 % Eiweiß, netto ab Hof bei Haltungsstufen 2, falls ausgewiesen). Erstmals seit Oktober 2024 wurde wieder die 50 Cent-Marke unterschritten. Die Auszahlungspreise haben sich deutlich auseinander bewegt, so wurden im bayerischen Erfassungsgebiet für Dezember Milchpreise zwischen rund 40 Cent und gut 53 Cent/kg ausbezahlt. Der wachsende Preisabstand spiegelte sich auch in den ausgewiesenen Regionen Nordbayern mit 46,5 Cent, Nieder-/Oberbayern mit 48,3 Cent und Schwaben 49,4 Cent je Kilogramm Milch wider. Von September bis Dezember haben die bayerischen Milchpreise um durchschnittlich 6,6 Cent/kg nachgegeben.
Das vorläufige Jahresmittel für Bayern (also ohne Jahresabschlusszahlungen/Nachzahlungen; arithmetisch gerechnet) beträgt 52,9 Cent/kg Milch und stellt das bisherige Spitzenpreisniveau von 2022 ein.
Ökologisch/biologische Milchpreise: beginnen zu bröckeln
Die Vermarktung von Biomilch wurde teilweise unterschiedlich bewertet. Dennoch prägte im Vergleich zur konventionellen Milch ein deutlich stabiler Marktverlauf, die Milchpreisentwicklung im Dezember. Das Aufkommen an Biomilch zeigte im letzten Quartal eine zunehmend steigende Tendenz. Bereits seit dem Spätsommer hatte die deutschlandweite Biomilchanlieferung die Vorjahreslinie geknackt. Die dynamische Absatzentwicklung mit Bio-Milchprodukten bei einer sehr lebhaften Verbrauchernachfrage über die letzten zehn Monate hinweg scheint derzeit langsam den Zenit erreicht zu haben. Der wieder wachsende Abstand bei den Verbraucherpreisen zwischen Bio- und konventionellen Milchprodukten nimmt nun wieder stärker Einfluss.
Der stetige Anstieg der Biomilchpreise kam bereits im Oktober auf einem historisch hohem Preisniveau zum Stillstand. Die Auszahlungsleistungen für Dezember begannen teilweise zu bröckeln, wenngleich überwiegend noch unveränderte Preise bezahlt wurden. Nach Erhebungen vom VMB gab das bayerische Mittel um 0,3 Cent auf 67,2 Cent/kg nach (bei 4,2 % Fett, 3,4 % Eiweiß, netto ab Hof). Aufgrund der deutlich rückläufigen konventionellen Milchauszahlungspreise erreichen die Biomilchpreise einen Vorsprung von gut 19 Cent/kg.
Auf Jahressicht errechnet sich ein vorläufiger Biomilchpreis (arithmetisches Mittel, laufende Auszahlung) auf einem Spitzenpreisniveau von 66,2 Cent/kg Milch.
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