Konventioneller Milchpreis (oGT): Preisdruck kommt spürbar in Bayern an
Der seit Sommer des vergangenen Jahres einsetzende Angebotsdruck und der einhergehende Verfall der Notierungen für Milcherzeugnisse hatte in Bayern bereits im letzten Quartal für zunehmende Korrekturen bei den Milchauszahlungspreisen geführt. Dabei bewegte sich im deutschlandweiten Vergleich das Auszahlungsniveau der bayerischen Molkereien deutlich über dem Niveau norddeutscher Milchpreise, als z.B. im Dezember im Norden Deutschlands die Milchpreise unter die Linie von 40 Cent/kg rutschten. Der Unterschied liegt dabei in den Vermarktungswegen und Verarbeitungstiefe der süddeutschen Molkereien mit längerfristigen Kontrakten, bei denen sich die rückläufigen Erlöse langsamer niederschlagen als zum Vergleich bei einer Versandhandelsmolkerei.
Mit dem Milchgeld für Januar kam der Preisdruck nun verstärkt auch bei den bayerischen Milcherzeugern an. Gegenüber dem Vormonat kam es häufig zu einem außergewöhnlichen Preisrutsch, die Milchpreise wurden bis zu 10 Cent/kg abgeschlagen. Der Verband der Milcherzeuger in Bayern (VMB) ermittelte für Januar einen durchschnittlichen Milchpreis von 43,5 Cent/kg (bei 4,2 % Fett, 3,4 % Eiweiß, netto ab Hof bei Haltungsstufen 2 falls ausgewiesen). Das bedeutet einen Rückgang von 4,5 Cent/kg gegenüber den Dezember-Milchpreisen. Der Preisrückgang fiel damit deutlich stärker aus als im Monat zuvor, als ein Minus von 2,9 Cent/kg entstand. Zum Jahresstart 2026 unterschreiten die bayerischen Milchauszahlungspreise die Vorjahrespreise um gut 9 Cent/kg Milch und bewegen sich auf dem niedrigsten Stand seit Januar 2022. Der zuletzt große Preisabstand innerhalb der einzelnen bayerischen Erhebungsgebieten glich sich im Januar nahezu wieder an. In der Region Schwaben wurden die Milchpreise am deutlichsten reduziert (-5,6 Cent/kg) auf 43,7 Cent/kg Milch. Mit einem durchschnittlichen Auszahlungspreis von 43,3 Cent/kg lagen in Nieder-/Oberbayern und Nordbayern die Milchpreise gleich auf, wenn gleich in Nordbayern der Rückgang mit 3,2 Cent/kg geringer ausfiel als in Nieder-/Oberbayern mit 5,0 Cent/kg.
Für Februar und März ist mit weiter rückläufigen Milchpreisen zu rechnen, der Abschlag dürfte dabei im geringeren Umfang erfolgen.
Ökologisch/biologische Milchpreise: zu Jahresbeginn etwas schwächer
Nach vereinzelten Korrekturen der Biomilchpreise im Dezember, zeigte sich bei der Erhebung im Januar eine zunehmend schwächere Entwicklung bei den Auszahlungspreisen der bayerischen Molkereien. In der aktuellen Auswertung vom VMB lagen die bayerischen Biomilchpreise im Mittel bei 66,6 Cent/kg Milch (bei 4,2 % Fett, 3,4 % Eiweiß, netto ab Hof) und hatten gegenüber dem Dezember um 0,6 Cent/kg nachgegeben. Zum Vorjahresmonat hält sich ein Vorsprung von 3,4 Cent/kg. Die Auszahlungsleistungen zwischen Biomilch und konventioneller Milch driften aufgrund der stark gefallenen konventionellen Milchpreise extrem auseinander. Der Abstand hatte sich im Januar spürbar erhöht, für Biomilch wurde in Bayern um gut 23 Cent/kg Milch mehr erlöst. Der Vorsprung dürfte sich auch im ersten Quartal auf außergewöhnlich hohem Niveau halten, da die Anpassungen bei den Biomilchpreisen geringer ausfallen werden. Trotz zunehmendem Biomilchaufkommen zeigte sich im Absatz zuletzt eine weitestgehend lebhafte Verbrauchernachfrage.
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