Milchviehbestände Bayern – Ergebnisse zum Stichtag 03. Mai 2026

Wichtigste Zahlen und Fakten

Kennzahl (Stichtag 03.05.2026)

Bayern

Rinderbestand gesamt2.685.976 Tiere
Veränderung ggü. 2025−0,7 % (−18.160 Tiere)
Rinderhaltungen36.898
Veränderung Haltungen ggü. 2025−2,0 % (−756 Haltungen)
Milchkühe1.027.763 Tiere
Veränderung Milchkühe ggü. 2025−0,6 % (−6.411 Tiere)
Milchkuhhaltungen21.520*
Veränderung Milchkuhhaltungen ggü. 2025−2,9 % (−642 Haltungen)
Durchschnittliche Herdgröße48 Milchkühe je Betrieb
Durchschnittlicher Rinderbestand73 Tiere je Haltung
Anteil Öko-Rinder9,8 %
Anteil Öko-Milchkühe10,6 %

*Nach Angaben des Bayerischen Landesamtes für Statistik. Die Zahl der Milchkuhhaltungen liegt regelmäßig etwas über der Zahl der tatsächlich an Molkereien liefernden Milchviehbetriebe.

Kernaussagen

  • Der Strukturwandel setzt sich fort: Weniger Betriebe halten im Durchschnitt größere Tierbestände.
  • Die Zahl der Milchkuhhaltungen sank binnen eines Jahres um 2,9 Prozent.
  • Der Milchkuhbestand verringerte sich lediglich um 0,6 Prozent.
  • Durchschnittlich werden in Bayern inzwischen 48 Milchkühe je Betrieb gehalten.
  • Knapp jede zehnte Milchkuh wird ökologisch gehalten – ein Wert, der den seit Jahren hohen Bio-Anteil der bayerischen Milcherzeugung widerspiegelt.

Strukturwandel setzt sich kontinuierlich fort

Nach den aktuellen Ergebnissen des Bayerischen Landesamtes für Statistik wurden zum Stichtag 3. Mai 2026 in Bayern insgesamt 2.685.976 Rinder in 36.898 Haltungen gezählt. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Rückgang um 18.160 Tiere beziehungsweise 0,7 Prozent. Die Zahl der Rinderhaltungen verringerte sich dagegen um 756 Betriebe oder 2,0 Prozent.

Langfristig bleibt die Entwicklung eindeutig: Seit 2016 ist die Zahl der Rinderhaltungen um 22,9 Prozent zurückgegangen, während sich der Rinderbestand um 15,7 Prozent verringerte. Gleichzeitig stieg die durchschnittliche Bestandsgröße von 67 auf inzwischen 73 Tiere je Haltung. Der Trend zu weniger, aber größeren Betrieben hält damit unverändert an.

Milchkuhbestand bleibt weitgehend stabil – Zahl der Betriebe sinkt weiter

Mit 1.027.763 Milchkühen stellen die Milchkühe weiterhin die größte Tiergruppe innerhalb des bayerischen Rinderbestandes und machen 38,3 Prozent aller Rinder aus.

Der Milchkuhbestand verringerte sich gegenüber dem Vorjahr lediglich um 6.411 Tiere beziehungsweise 0,6 Prozent. Deutlich dynamischer entwickelt sich dagegen die Zahl der Milchkuhhaltungen: Sie sank innerhalb eines Jahres um 642 Betriebe beziehungsweise 2,9 Prozent auf 21.520 Haltungen.

Die durchschnittliche Herdgröße stieg gleichzeitig auf 48 Milchkühe je Betrieb. Damit bestätigt sich auch in der Milchviehhaltung der anhaltende Strukturwandel: Die Zahl der Betriebe nimmt deutlich schneller ab als die Zahl der gehaltenen Tiere.

Ökologischer Landbau: Hoher Anteil bei Milchkühen

Erstmals liegen für ein vollständiges Berichtsjahr detaillierte Zahlen zur ökologischen Rinderhaltung vor. Zum Stichtag wurden 9,8 Prozent aller Rinder sowie 10,6 Prozent der Milchkühe nach den Kriterien des ökologischen Landbaus gehalten.

Diese Werte überraschen allerdings kaum. Bayern gehört seit Jahren zu den führenden Bundesländern in der Bio-Milcherzeugung. Der Anteil der Bio-Milchanlieferung liegt bereits seit längerer Zeit bei über neun Prozent und beträgt aktuell rund 9,2 Prozent. Dass der Anteil der ökologisch gehaltenen Milchkühe mit 10,6 Prozent etwas höher ausfällt, ist aufgrund der geringeren durchschnittlichen Milchleistung in der ökologischen Milchviehhaltung nachvollziehbar.

Auffällig ist zudem der hohe Öko-Anteil bei den sonstigen Kühen (Ammen-, Mutter-, Schlacht- und Mastkühe), der bei 28,7 Prozent liegt.

Entwicklung der Altersklassen

Während die Zahl der Kälber und Jungrinder leicht um 0,2 Prozent auf 768.115 Tiere zunahm, gingen die älteren Tiergruppen weiter zurück. Der Bestand der ein- bis unter zweijährigen Rinder verringerte sich um 1,7 Prozent auf 630.728 Tiere. Bei den Rindern ab zwei Jahren wurde ein Rückgang um 1,5 Prozent auf 190.655 Tiere verzeichnet.

Fazit

Die Mai-Viehzählung 2026 bestätigt den langfristigen Trend der bayerischen Milchviehhaltung. Die Tierbestände entwickeln sich vergleichsweise stabil, während die Zahl der Betriebe weiter deutlich zurückgeht. Dadurch steigen die durchschnittlichen Herdgrößen kontinuierlich an.

Die erstmals veröffentlichten Öko-Anteile verdeutlichen vor allem die bereits seit Jahren starke Stellung der ökologischen Milcherzeugung in Bayern. Eine grundlegende Veränderung der Produktionsstruktur lässt sich daraus jedoch nicht ableiten, vielmehr spiegeln die Zahlen den bereits etablierten hohen Bio-Anteil im Freistaat wider.

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