Das Bovine Herpesvirus Typ 2 (BHV-2) ist nicht identisch mit dem bekannteren BHV-1, dass die Infektiöse Bovine Rhinotracheitis (IBR) verursacht.
Ursachen und Krankheitsbilder von BHV-2:
- Pseudo-Lumpy Skin Desease (PLSD):
- Hauptsächlich in Afrika verbreitet
- Verursacht knötchenartige Hautveränderungen
- Herpetische Euterdermatitis (Herpes-Mammillitis):
- Tritt auch in Europa, einschließlich Deutschland, auf
- Betreffen vor allem das Euter und die Zitzen von Milchkühen
Übertragung des Bovine Herpesvirus (BHV-2):
Die genauen Übertragungswege sind noch nicht vollständig erforscht, Hinweise deuten auf folgende Mechanismen hin:
- Insekten als Vektoren
- Übertragung vor allem durch Insektenstiche, z. B. Stechfliegen und Mücken
- Führt häufig zu saisonalen Häufungen im Sommer und Herbst
- Direkter Kontakt
- Übertragung von Tier zu Tier, insbesondere bei engem Stallkontakt oder beim Melken
- Indirekte Übertragung
- Über kontaminierte Melkmaschinen, Melkgeschirr, Hände oder Tücher
- Besonders relevant bei der herpetischen Euterdermatitis
- Latenz und Reaktivierung
- Wie bei allen Herpesviren kann BHV-2 im Körper latent bleiben und durch Stress oder Immunschwäche reaktiviert werden
Maßnahmen gegen BHV-2:
Eine zugelassene Impfung gegen BHV-2 existiert derzeit in der EU nicht.
Landwirte sollten insbesondere beim Melken strenge Hygienemaßnahmen einhalten, wie beispielsweise die Verwendung von Einmalhandschuhen, eine sorgfältige Euterpflege sowie regelmäßige Desinfektion. Zusätzlich wird eine effektive Insektenbekämpfung empfohlen, etwa durch den Einsatz von Fliegenfallen oder Insektiziden.
Erkrankt ein Tier an BHV-2, sollte es umgehend isoliert werden, um eine weitere Ausbreitung der Infektion zu verhindern. Obwohl BHV-2 zu den wenigen Tierseuchen gehört, die nicht anzeigepflichtig sind, ist es dennoch ratsam, zur Abklärung und Beratung den Hoftierarzt hinzuzuziehen.