Tierseuchen Teil 4: Vogelgrippe (HPAI / H5N1): Ursachenforschung!

Die Vogelgrippe, auch als Aviäre Influenza bezeichnet, ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die sowohl Hausgeflügel als auch Wildvögel betrifft. Besonders problematisch sind die hochpathogenen aviären Influenzaviren (HPAI), da sie häufig zu schweren Krankheitsverläufen und hohen Tierverlusten führen.
In Deutschland treten aktuell Fälle der Vogelgrippe bei Geflügel und Wildvögeln auf. Die nachgewiesenen Viren gehören überwiegend zum Subtyp H5N1, der eine Form der hochpathogenen aviären Influenza (HPAI) darstellt.

Ursache der Vogelgrippe (HPAI / H5N1)

  • Verursacher ist das Influenzavirus Typ A, das bei Vögeln vorkommt
  • Virusfamilie: Orthomyxoviridae
  • Es wird unterschieden zwischen:
    • HPAI (hochpathogen): verursacht schwere Erkrankungen und hohe Sterblichkeit
    • LPAI (niedrigpathogen): meist mildere Krankheitsverläufe, kann jedoch in HPAI mutieren
  • Der Subtyp H5N1 ist ein hochpathogenes Influenzavirus und für besonders schwere Krankheitsverläufe verantwortlich

Verbreitung und Übertragungswege der Vogelgrippe:

Die Vogelgrippe kann sich über mehrere direkte und indirekte Wege ausbreiten:

  1. Direkter Kontakt
    • Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt mit infizierten Vögeln, besonders bei engem Kontakt
    • Das Virus wird vor allem über Kot, Nasen- und Augensekret sowie Speichel übertragen
    • Für Rinder ist das Virus ebenfalls gefährlich, da über das Futter kontaminierter Kot aufgenommen werden kann, insbesondere wenn sich Vögel im Stall aufhalten
  2. Indirekter Kontakt
    • Über kontaminierte Stallausrüstung, Kleidung, Futter und Wasser
    • Das Virus kann über längere Zeit auf Oberflächen überleben
  3. Wildvögel als Überträger
    • Zugvögel spielen eine zentrale Rolle bei der Ausbreitung
    • Sie können das Virus über weite Strecken verbreiten, ohne selbst zu erkranken
  4. Tiertransporte
    • Der Handel mit Lebendgeflügel fördert die schnelle regionale und internationale Verbreitung
  5. Mensch als mechanischer Überträger
    • Menschen erkranken selten selbst, können das Virus jedoch über Kleidung, Schuhe und andere Gegenstände verbreiten

Maßnahmen gegen die Vogelgrippe (HPAI):
Eine Impfung ist in der EU bisher nur in Ausnahmefällen erlaubt. Vor allem können Hygienemaßnahmen und eine kontinuierliche Überwachung der Tiere zur Kontrolle beitragen. 

Bei einem Ausbruch werden betroffene Tierbestände gekeult, Sperrzonen eingerichtet, Transportverbote verhängt und in Risikogebieten Stallpflicht angeordnet.

Auswirkungen auf die Rinderhaltung:
Da sich Vögel auch in Ställen aufhalten, kann das Futter durch ihren Kot verunreinigt werden. Die Aufnahme dieses kontaminierten Futters durch Rinder kann im schlimmsten Fall zu Erkrankungen wie Milchfieber oder Mastitis führen, was erhebliche wirtschaftliche Schäden für die Landwirte zur Folge haben kann.

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