Das Thema "Tierseuchen" ist spätestens seit Ausbruch der hochaggressiven Maul- und Klauenseuche (MKS) in Brandenburg im Januar vergangenen Jahres noch mehr als zuvor in aller Munde.
Es ist aber nicht nur die MKS, die die landwirtschaftlichen Nutztierhalter umtreibt. Die Großwetterlage Tierseuchen in Europa kann schon als sehr bedenklich eingestuft werden, auch wenn diese nicht immer vor der eigenen Haustür aufschlagen müssen. Auswirkungen auf den Markt und den Handel sind meist unausweichlich. Die Bedrohung ist und bleibt latent: Im Frühjahr machte der Ausbruch der MKS in Ungarn und der Slowakei mit Auswirkungen bis nach Österreich größte Sorgen, derzeit grassiert die MKS ganz massiv auf Zypern und in Griechenland, also immer noch in der EU. Man kann nur hoffen, dass das dortige Problem genauso gut und effizient unter Kontrolle gebracht wird wie im Frühjahr vergangenen Jahres hierzulande, als am 14. April 2025 die aus dem MKS-Ausbruch resultierenden Handelsrestriktionen mit der Wiedererlangung des WOAH-Freiheitsstatusvollständig ausgeräumt werden konnten.
Es gilt also weiterhin höchste Wachsamkeit und zeitnahe Information, um dieses "Glück & Geschick" aus dieser kritischen MKS-Phase des vergangenen Jahres nicht über Gebühr zu strapazieren. Das wird auch beim Bayerischen Milchförderungsfonds (MFF) aktiv praktiziert, indem seit vergangenem Jahr regelmäßig das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz in Person des Tierseuchenreferenten und Leiters der bundesdeutschen Arbeitsgruppe Tierseuchen und Tiergesundheit, Dr. Ulrich Wehr, dem 13-köpfigen Verwaltungsausschuss für Updates Rede und Antwort steht. Auch bei der letzten Online-Sitzung wurde bezüglich MKS über den Stand der Maßnahmen berichtet, mögliche Ausbruchsszenarien vorgestellt, Strategien bezüglich Keulung, unschädlicher Beseitigung mit Blick auf die Kapazitäten vorhandener Tierkörperbeseitigungsanlagen besprochen und auch über die begleitende Kommunikation berichtet. Nicht zu vergessen die im Katastrophenfall notwendigen Ausfertigungen möglicher Eilverordnungen und Allgemeinverfügungsmuster.
Neben MKS informierte Dr. Wehr bei dieser Gelegenheit auch über den aktuellen Stand der Blauzungenerkrankung, die derzeit auch in Bayern weiterhin auftritt, allerdings nicht im befürchteten Maße wie in der Vergangenheit im Nordwesten Deutschlands. Nach wie vor wird die Präventivimpfung gegen die Blauzungenerkrankung dringend empfohlen, wobei durch das geänderte Auftreten von Virustypen sich auch immer wieder neue Fragen zur Impfung aus der Praxis ergeben. Was für bayerische und deutsche Tierhalter bisher noch kein akutes Thema war, aber durchaus im Fokus der Prophylaxe stehen sollte, ist der Verlauf der Epizootischen Hämorrhagie (EHD) und vor allem der Lumpy Skin Desease (LSD) die seit Juni vergangenen Jahre in Italien, Frankreich und Spanien aufgetreten ist. Und schließlich noch der Blick über den großen Teich, der Ausbruch der Vogelgrippe in den USA mit der möglichen Übertragung auf die Milchkuh, wobei sich dann immer automatisch auch die Frage nach der Übertragung auf den Menschen stellt.
Der VMB berichtet an dieser Stelle hier - wie auch der Bayerische Bauernverband auf seiner Website - seit Wochen und auch zukünftig über die für die Rinder- und Milchviehhaltung relevantesten Seuchen. Auch wenn es mühsam ist: Die interne Arbeit der Branche in Abstimmung mit den Behörden in Sachen Biosicherheit und Tierseuchenprophylaxe ist dann am besten, wenn nichts über Seuchen in den Medien steht!