FiBL-Studie zeigt: Weide statt Stall stärkt Immunsystem
Männliche Kälber aus Milchviehbetrieben haben oft unterschiedliche Aufzuchtwege vor sich. Ein großer Teil wird in der Intensivmast gehalten. Gleichzeitig gibt es alternative Ansätze wie die Weidemast, die auf eine naturnahe Haltung setzen und für einige Betriebe eine ergänzende Perspektive darstellen können.
Das FiBL hat untersucht, wie sich Weidegang nach dem Abtränken auf die Gesundheit von Kälbern auswirkt. 72 Tiere verschiedener Rassen (Braunvieh, Swiss Fleckvieh, Limousin × Braunvieh) wurden auf unterschiedlichen Höhenlagen (500–2.000 m) auf die Weide geschickt oder im Stall gehalten.
Das Ergebnis:
- Nach drei Monaten Weidegang hatten die Kälber deutlich bessere Immunwerte.
- Auf Bergweiden zeigten sie mehr rote Blutkörperchen und höhere Hämoglobinwerte – ein Schutz gegen Anämie.
- Kurzfristig kam es etwas häufiger zu Durchfall, langfristig überwiegen jedoch die gesundheitlichen Vorteile.
Fazit:
Weidegang stärkt das Immunsystem, verbessert Blutwerte und kann so helfen, Krankheitsdruck zu reduzieren. Mit gutem Management – besonders beim Abtränken – bietet die Weidemast eine tierfreundliche und nachhaltige Option bereits für die kleinsten Kälber.
Gleichzeitig ist dieser Ansatz derzeit noch eher eine Nische, deren praktische Umsetzbarkeit je nach Betrieb, Standort und Ressourcen individuell geprüft werden muss. Dennoch stellt die Weidemast einen weiteren möglichen Weg dar, der das Spektrum an Aufzuchtstrategien sinnvoll ergänzen kann.
Mehr Informationen können hier entnommen werden: https://www.agrarforschungschweiz.ch/2025/12/weidegang-verbessert-immunparameter-und-blutbild-von-kaelbern/