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Welche Weide passt zu mir und meinen Kühen?

Die Wahl des passenden Weidesystems beeinflusst Futterqualität, Tiergesundheit, Arbeitswirtschaft und Wirtschaftlichkeit eines Betriebs wesentlich. Welches System am besten geeignet ist, hängt von Faktoren wie Flächenausstattung, Tierkategorie, Klima und den betrieblichen Zielen ab. Jedes Weidesystem bringt dabei eigene Vor- und Nachteile mit sich.

Die Bewegungsweide dient vor allem als Auslauf und weniger als bedeutende Futterquelle. Die Tiere werden überwiegend im Stall gefüttert und verbringen nur begrenzte Zeit auf der Weide. Vorteile sind mehr Tierwohl, ein geringerer Flächenbedarf und die gute Steuerbarkeit der Fütterung. Gleichzeitig entstehen durch den intensiven Tritt hohe Belastungen für Boden und Pflanzenbestand, weshalb robuste Flächen und stabile Triebwege notwendig sind.

Die Stunden- und Halbtagsweide wird häufig in Milchviehbetrieben eingesetzt. Die Tiere verbringen dabei täglich mehrere Stunden auf der Weide, erhalten aber weiterhin Ergänzungsfutter im Stall. Dieses System verbindet die Vorteile von Weidegang und kontrollierter Fütterung. Zudem fällt ein Großteil der Nährstoffe weiterhin im Stall an. Allerdings erfordert die regelmäßige Ein- und Austriebsorganisation zusätzlichen Arbeitsaufwand.

Bei der Ganztagsweide bleiben die Tiere fast rund um die Uhr auf der Fläche. Vollweidesysteme setzen zusätzlich auf einen möglichst hohen Anteil an Weidefutter und geringe Kraftfutterkosten. Vorteile sind niedrige Futterkosten und eine tiergerechte Haltung mit viel Bewegungsfreiheit. Gleichzeitig steigt jedoch der Flächenbedarf und die Abhängigkeit von Wetter und Graswachstum.

Die Kurzrasenweide zählt zu den intensiven Dauerweidesystemen. Die Grasnarbe bleibt während der gesamten Saison sehr kurz. Dieses System überzeugt durch geringen Arbeitsaufwand, gleichmäßige Futterqualität und ruhige Tiere. Nachteile zeigen sich vor allem bei Trockenheit, da die kurzen Bestände empfindlich auf Wassermangel reagieren.

Bei der Koppelweide wird die Fläche in mehrere Abschnitte unterteilt, die nacheinander beweidet werden. Ruhephasen fördern die Regeneration der Grasnarbe und sorgen für stabile Erträge sowie gute Futterqualität. Das System ist gut steuerbar, bringt jedoch höheren Arbeits- und Zaunaufwand mit sich.

Die Portionsweide ermöglicht durch täglich neue Weidestreifen eine besonders effiziente Nutzung von jungem, hochwertigem Gras. Dadurch sind hohe tierische Leistungen möglich. Gleichzeitig zählt dieses System zu den arbeitsintensivsten Formen der Weidehaltung und ist anfällig für Trittschäden bei nassen Bedingungen.

Die extensive Standweide wird vor allem bei Mutterkühen oder extensiver Rindermast eingesetzt. Die Tiere verbleiben über längere Zeiträume auf großen Flächen. Der Arbeitsaufwand ist gering und die Biodiversität oft hoch. Allerdings schwanken Futterqualität und tierische Leistungen stärker.

Beim Mob-Grazing werden hohe Pflanzenbestände kurzfristig mit hoher Tierdichte beweidet, danach folgen lange Ruhezeiten. Dieses System kann Bodenstruktur und Humusaufbau fördern und eignet sich besonders für trockene Regionen. Gleichzeitig erfordert es ein sehr gutes Management und eine genaue Flächenplanung.

Welches Weidesystem letztlich am besten passt, hängt immer von den individuellen Betriebsbedingungen ab. Intensive Systeme ermöglichen hohe Leistungen, verlangen aber mehr Management. Extensive Systeme sind arbeitswirtschaftlich einfacher und ökologisch oft wertvoller, bringen jedoch meist geringere und schwankendere Leistungen mit sich.

Mehr Informationen finden sie hier: https://www.milchpur.de/gruenland/weide-gruenland/welches-weidesystem-passt/

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