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Hämorrhagische Septikämie (Wild- und Rinderseuche) Typ B

Aus ganz aktuellem Anlass gehen wir heute auf die Hämorrhagische Septikämie (HS) ein. Die bakterielle Erkrankung wird umgangssprachlich auch als Wild- und Rinderseuche bezeichnet und kann sowohl Wildwiederkäuer als auch Rinder und Wasserbüffel betreffen. Sie verläuft häufig akut mit hohen Tierverlusten. Eine frühzeitige Erkennung und konsequente Bekämpfung sind daher von großer Bedeutung.

Ursache der Hämorrhagischen Septikämie

Die Hämorrhagische Septikämie (HS) wird durch das Bakterium Pasteurella multocida verursacht. Für Rinder und Wasserbüffel sind vor allem die Kapseltypen B (Asien) und E (Afrika) von Bedeutung. Typ B kann auch bei Wildwiederkäuern auftreten.

Wesentliche Eigenschaften des Erregers sind:

  • Hoch ansteckende bakterielle Infektionskrankheit bei empfänglichen Tierarten
  • Rasche Vermehrung im Blut mit schwerer Blutvergiftung (Septikämie)
  • Außerhalb des Wirtes nur begrenzte Überlebensfähigkeit, insbesondere in feuchter organischer Umgebung
  • Gesunde Tiere können den Erreger im Nasen-Rachen-Raum tragen und unter Stress ausscheiden

Verbreitungswege der Hämorrhagischen Septikämie

Der Erreger wird hauptsächlich durch direkten Kontakt übertragen:

1. Direkter Kontakt

  • Übertragung durch Nasen- und Maulsekrete infizierter oder symptomloser Trägertiere

  • Enger Tierkontakt begünstigt die Ausbreitung

2. Indirekter Kontakt

  • Kontaminierte Tränken, Futtereinrichtungen oder Stallausrüstung können den Erreger kurzfristig übertragen

3. Stressbedingte Erkrankung

  • Transport, hohe Temperaturen, Futterumstellungen oder andere Belastungen können bei Trägertieren den Ausbruch der Erkrankung auslösen

4. Wildtiere

  • Wildwiederkäuer können als Erregerreservoir dienen und den Erreger auf Nutztiere übertragen

5. Tierverkehr

  • Der Handel sowie der Transport infizierter Tiere stellen das größte Risiko für die Einschleppung in bislang freie Bestände dar.

Maßnahmen gegen die Hämorrhagische Septikämie

In Regionen, in denen die Krankheit regelmäßig vorkommt, stehen Impfstoffe zur Verfügung und werden vorbeugend eingesetzt. In Europa tritt die Erkrankung jedoch nur sehr selten auf.

Die wichtigsten Maßnahmen sind:

  • Frühe Erkennung und sofortige Meldung eines Verdachts an die zuständige Veterinärbehörde
  • Isolierung erkrankter Tiere
  • Untersuchung und gegebenenfalls Behandlung weiterer Tiere nach tierärztlicher Anordnung
  • Strenge Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen in betroffenen Betrieben
  • Einschränkung des Tierverkehrs zur Verhinderung einer weiteren Ausbreitung
  • Verringerung von Stressfaktoren wie Transport, Überbelegung oder Hitzebelastung
  • Beim Zukauf neuer Tiere sollten Gesundheitsstatus und Herkunft sorgfältig geprüft werden

Da es sich um eine bakterielle Erkrankung handelt, kann eine frühzeitige antibiotische Behandlung im Einzelfall wirksam sein. Der Behandlungserfolg hängt jedoch entscheidend davon ab, dass die Therapie bereits zu Beginn der Erkrankung erfolgt. Bei akutem Verlauf sterben betroffene Tiere häufig innerhalb weniger Stunden bis Tage, sodass eine Behandlung oft nicht mehr rechtzeitig möglich ist.

Unterstützung durch den Bayerischen Milchförderungsfonds (MFF)

Bei Fällen von Hämorrhagische Septikämie (HS) gibt es im Gegensatz zu den gängigen Ertragsschadenversicherungen Unterstützungsleistungen aus dem MKS-Hilfsfonds Plus. Voraussetzung ist allerdings die regelmäßige Einzahlung in den Bayerischen Milchförderungsfonds entsprechend den geltenden Förderbedingungen.

Da Betriebe beim Auftreten dieser meldepflichtigen Tierseuche nicht gesperrt sind und die Milch verarbeitet werden kann, hilft der MKS-Hilfsfonds Plus in solchen Fällen.

  • Tierverluste auszugleichen, die in solchen Fällen nicht von der Bayerischen Tierseuchenkasse (TSK) übernommen werden
  • Einbußen infolge reduzierter Milchmengen auszugleichen, in der Regel für 90 Tage.

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