Über den Monatswechsel hatte die Milchanlieferung eine leicht schwächere Tendenz eingenommen, die sich zu Beginn des Augusts verstärkte. Unter Einfluss der Hitze verlor das Milchaufkommen gegenüber der Vorwoche spürbar um 2,4 % und der Abstand zur Vorjahreslinie schrumpfte auf nur noch 1,8 %. Die Inhaltsstoffe insbesondere der Fettgehalt verzeichnete einen deutlichen Abschwung. Der Rohstoffmarkt erhielt dadurch stärkere Nachfrageimpulse und die Spotkurse legten zu. Magermilch bewegte sich knapp auf die Marke von 30 Cent/kg zu und für Rahm wurde erstmals seit März wieder die Linie von 5 Cent/% Fetteinheit übertroffen. Für Rohmilch wurden Kurse von knapp 45 Cent aufgerufen. Die extreme Trockenheit und ausbleibender Futteraufwuchs erhöhten die Diskussion über die perspektivische Entwicklung des Milchaufkommens. So nahmen die Verkäufer im Pulverhandel eine abwartende Haltung ein und auf Abnehmerseite legte das Kaufinteresse zu. Die Abgabepreise des Großhandels legten durchwegs zu.
Butter: normal üblicher Absatz
Der Handel mit abgepackter Butter verlief ohne größere Nachfrageimpulse und hatte ein weiterhin saisonübliches Absatzniveau eingenommen. Die Notierungen auf Großhandelsebene bewegten sich ähnlich wie in der vorausgegangenen Woche zwischen 3,80 und 4,70 Euro/kg. Die abnehmende Milchmenge und die gesunkenen Inhaltsstoffe schränken die Butterherstellung ein. Kurzfristig könnte die Verfügbarkeit knapper ausfallen. In einigen Bundesländern neigte sich die Ferien- und Urlaubszeit dem Ende entgegen und könnte in der zweiten Monatshälfte die Nachfrage beleben. Bei Blockbutter entwickelte sich wenig Neugeschäft, es wurden überwiegend die bestehenden Kontrakte abgewickelt. Nachfrageimpulse könnte der Preissprung für Rahm am Spotmarkt liefern.
Käse: lebhafter Absatz, abnehmende Verfügbarkeit
Der Schnittkäsemarkt zeigte sich auch im August sehr aufnahmefähig. Über den Lebensmitteleinzelhandel wurden stetig hohe Mengen abgerufen. Abnehmer aus der Gemeinschaftsverpflegung orderten urlaubsbedingt etwas weniger. Der Export im europäischen Binnenmarkt erfüllte weiterhin die Erwartungen, wenn auch das zuletzt sehr hohe Absatzniveau etwas ruhiger beurteilt wurde. Die Mengenumsätze mit Mozzarella sorgen für eine Vollauslastung bei den Herstellern, der hohe Bedarf konnte nicht immer gedeckt werden. Die abnehmende Rohstoffverfügbarkeit und geringere Inhaltsstoffe bei besseren Verwertungsmöglichkeiten schränken die Käsereien in der Schnittkäseproduktion ein. Vor diesem Hintergrund wird kaum ein Bestandsaufbau in den Reifelägern zu erwarten sein.