Zum Monatswechsel setzte sich der jahreszeitliche Mengenrückgang in der bundesweiten Milchanlieferung nur langsam fort. Das Milchaufkommen bewegte sich gut 0,5 % über der Vorjahreslinie. Der Vorsprung gegenüber 2024 zum aktuellen Zeitpunkt errechnet sich bei gut 6,5 %. Die Entwicklungen am Rohstoffmarkt waren zweigeteilt. Im Eiweißsektor wurden stabile bis steigende Preise aufgerufen. Insbesondere Magermilchkonzentrat war am Spotmarkt gefragt und markierte in diesem Jahr ein neues Preishoch. Flüssige Magermilch wurde zu gut behaupteten Konditionen gehandelt. Für Rohmilch pendelten die Kurse zuletzt um die 42 Cent/kg weitestgehend stabil. Unter erneut schwächeren Vorzeichen standen die Preise für Rahm, die gut 25 % unter dem Vorjahr lagen. Im Pulverhandel wurde Magermilchpulver (Lebensmittelqualität) für den kurzfristigen Bedarf lebhaft nachgefragt. Bei begrenzter Verfügbarkeit legten die Notierungen erneut deutlich zu. Molkenpulver tendierte auf sehr hohem Preisniveau – 81 % über Vorjahresniveau – stabil, die Nachfrage verlief stetig. Der Handel Vollmilchpulver wurde etwas unterschiedlich bewertet, von ruhig bis belebt. Preislich ergaben sich wenig Veränderungen.
Butter: Nachfrageimpulse bei Päckchenbutter
Der Absatz von Päckchenbutter erhielt in der ersten Oktoberhälfte Nachfrageimpulse, die Bestellungen des Lebensmitteleinzelhandels zeigten sich gegenüber den Vorwochen erhöht. Die Anhebung des Butterpreises im September hat demnach keinen Einfluss auf die Kaufbereitschaft der Verbraucherschaft genommen. Die Kemptner Leitnotierung veröffentlichte unveränderte Großhandelsabgabepreise. Blockbutter wurde zu ebenfalls bisherigen Preisen gehandelt. Auf Käuferseite war man überwiegend zurückhaltend bzw. meldete wenig Bedarf an. Marktteilnehmer berichten von noch vorhanden gefrorenen Lagerbeständen. Die Angebotssituation wurde insgesamt als gut ausreichend bewertet.
Käse: Bestände schrumpfen zunehmend
Das Marktverhältnis am Schnittkäsemarkt geht zunehmend weiter auseinander. Die nachgefragten Mengen lagen weiterhin auf sehr hohem Niveau. Aus dem Lebensmitteleinzelhandel wurden stetig hohe Bestellungen abgerufen. Die Kontrakte im Export zogen stetig Mengen ab. Die Produktion von Schnittkäse konnte allenfalls den laufenden Bedarf ausgleichen, was zu abnehmenden und recht jungen Lagerbeständen führte. Je nach Verwertungsmöglichkeiten in den Molkereien wurde oftmals der Rohstoff in lukrativere Absatzkanäle im Eiweißsektor zugeführt. In den kommenden Wochen dürfte jahreszeitlich bedingt der Bedarf an Schnittware zulegen. Die zuletzt festeren Notierungen hatten sich auf dem erreichten Niveau seitwärts bewegt.