Konventioneller Milchpreis (oGT): 40 Cent-Marke unterschritten
Bei den bayerischen Milchauszahlungspreisen kam es im März aufgrund der zuvor rückläufigen Erlöse für Milchprodukte zeitverzögert zu weiteren Korrekturen der Milchpreise, teilweise konnten sich die Molkereipreise aber auch auf dem Niveau des Vormonats stabilisieren. Entsprechend fiel der Rückgang im März deutlich geringer aus als noch in den vorausgegangenen Monaten. Die Marke von 40 Cent/kg Milch konnte im bayerischen Mittel dennoch nicht gehalten werden.
Der Verband der Milcherzeuger in Bayern (VMB) hat in der aktuellen Erhebung einen Milchauszahlungspreis von durchschnittlich 39,8 Cent/kg Milch (bei 4,2 % Fett, 3,4 % Eiweiß, netto ab Hof bei Haltungsstufen 2 falls, ausgewiesen) ermittelt. Der Rückgang gegenüber dem Februar hatte sich auf 0,9 Cent/kg abgeschwächt. Die bayerischen Milchauszahlungspreise erreichten somit den niedrigsten Stand seit November 2021.
Innerhalb der ausgewiesenen Regionen lag die Auszahlungsleistung in Nieder-/Oberbayern im Mittel bei 40,0 Cent. Knapp gefolgt von Schwaben mit durchschnittlich 39,9 und für Nordbayern errechnete sich ein durchschnittlicher Milchpreis von 39,5 Cent/kg.
In der Rohstoffverwertung prägte im März ein Auf und Ab die Kursentwicklung am Spotmarkt, insgesamt blieb eine spürbare Erholungsphase aus, während in der Vermarktung von Milchprodukten die Großhandelspreise den festen Trend fortsetzten. Vor allem die Pulvermärkte hatten sich vom Rohstoffmarkt abgekoppelt. Die höchste Dynamik entwickelte sich bei den Verkaufspreisen für Magermilchpulver. Ein reger Handel im Export in Drittländer führte zu einem erhöhten Ausfuhrvolumen aus der EU heraus. Ein schwächerer Eurokurs konnte dabei das Kaufinteresse zusätzlich stützen. Die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Golfregion verursachten dabei logistische Herausforderungen, da sich wichtige Abnehmer im Gebiet befinden.
Mit steigenden Kosten für Energie verschärfte sich die Situation für den heimischen Wirtschaftsstandort und der inflationäre Einfluss des Nahostkonflikts war massiv zu spüren. Neben den weltwirtschaftlichen Unsicherheiten wird für den Milchmarkt die Entwicklung über das Rohmilchaufkommen von größter Bedeutung sein. Eine Entlastung war sowohl national als auch im europäischen und internationalen Umfeld bisher kaum erkennbar.
Ökologisch/biologische Milchpreise: weitere Korrekturen im März
Zu Ende des ersten Quartals setzte sich die schwächere Entwicklung bei den Auszahlungsleistungen für Biomilch in kleinen Schritten fort. Im aktuellen Ergebnis der VMB-Milchpreiserhebung lag der durchschnittliche Biomilchpreis in Bayern bei 65,4 Cent/kg Milch (bei 4,2 % Fett, 3,4 % Eiweiß, netto ab Hof), was zum Vormonat einen Rückgang von 0,5 Cent/kg bedeutet. Von Januar bis März errechnet sich nach den stetigen leichten Korrekturen ein Preisrückgang von 1,1 Cent/kg. Beim Vergleich zum Vorjahresmonat liegen die Milchpreise im März gleich auf.
Durch die verhältnismäßig stabilere Entwicklung des Biomilchmarkts und des deutlich langsameren Preisrückgangs bleibt der Abstand zu den konventionellen Milchauszahlungspreisen historisch hoch und ist im März moderat auf 25,6 Cent/kg angewachsen.
Die Verbrauchernachfrage bei Biomilchprodukten hatte sich nach einer sehr dynamischen Entwicklung im vergangenen Jahr, im bisherigen Jahresverlauf unterschiedlich entwickelt. Entgegen den Erwartungen entwickelte sich auch das Milchaufkommen expansiv und verzeichnete zu Jahresbeginn sehr hohe Steigerungsraten. Anders als im Vorjahreszeitraum kann auf eine verbesserte Verfügbarkeit zurückgegriffen werden, was den Spielraum in den Verbraucherpreisverhandlungen einschränkt.
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