Konventioneller Milchpreis (oGT): Preisanstieg im September verstärkt
Mit der Auszahlungsleistung für August kamen etwas positivere Tendenz bei der Milchpreisentwicklung auf. Im September setzte sich der Trend fort und die Milchauszahlungspreise an die bayerischen Erzeuger erhielten weitere Impulse. Neben wenigen Nennungen an unveränderten Molkereipreisen wurden teilweise die Milchpreise um bis zu 3,00 Cent gegenüber dem Vormonat angehoben. Für konventionell erzeugte Milch (bei 4,2 % Fett, 3,4 % Eiweiß, netto ab Hof bei Haltungsstufe 2, falls ausgewiesen) erhöhte sich nach Berechnungen vom Verband der Milcherzeuger in Bayern (VMB) der Milchpreis um durchschnittlich 1,2 Cent auf 41,7 Cent/kg. Seit August verbesserte sich der bayerische Milchpreis um 1,8 Cent/kg, die hohe Auszahlungsleistung aus dem Vorjahresmonat wurde um 13 Cent unterschritten. Ab Oktober des vergangenen Jahres gerieten die Milchpreise unter spürbaren Preisdruck, der bis in das Frühjahr dieses Jahres anhielt. Anhaltend hohe Betriebsmittelkosten, welche bei einer regional knapperen Futterversorgung zusätzlich die Situation verschärft haben, prägen weiterhin die Milcherzeugung und schränkten die Liquidität auf den Betrieben spürbar ein. Für die weitere Milchpreisentwicklung ist die Rohmilchverwertung über den Fett- und Eiweißsektor von größter Bedeutung. Die Verkaufserlöse für Butter konnten nach einer zuvor impulslosen Preisentwicklung im September leichte Aufschläge erzielen und bewegten sich mit rund 4,30 Euro/kg um 3,5 % über dem Vormonat. Im Vergleich zu den sehr hohen Butterpreisen im Vorjahr lagen die Verwertungserlöse über das Milchfett im aktuellen Auszahlungsmonat um gut 35 % darunter. Entgegen den vergangenen Jahren entwickelte sich im Eiweißsektor der Markt sehr dynamisch und das rege Absatzpotenzial im Binnenmarkt und Richtung Drittländer setzte sich im bisherigen Jahresverlauf weiter fort. Steigende Verkaufspreise prägten den Handel mit Magermilchpulver, das Vorjahresniveau wurde bereits um 43 % übertroffen.
Das Milchaufkommen verlor entgegen den Erwartungen im September nur langsam zum Vormonat und das erhöhte Vorjahresniveau wurde weiterhin übertroffen.
Ökologisch/biologische Milchpreise: leichtes Plus im September
Von Januar bis Juli wurde die Biomilcherzeugung von einer expansiven Milchanlieferung geprägt und das Aufkommen hatte sich deutschlandweit deutlich über dem Vorjahresniveau bewegt. Im August kam es zur Kehrtwende - ausgehend vom Süden Deutschlands – erstmals war das Milchaufkommen unter das Vorjahresniveau gefallen. In Bayern wurde um gut 5 % weniger Milch erfasst, in Baden-Württemberg verlor die Anlieferung um knapp 6 %, im Bundesschnitt verlor die Milchmenge um 1,8 %. Die Folgen der Hitze und Trockenheit auf den Weide- und Grundfutteraufwuchs haben die Biomilcherzeugung offensichtlich spürbar beeinträchtigt. Der Absatz von Biomilcherzeugnissen zeigte anhaltend gute Mengenumsätze, insbesondere Frischprodukte wie Joghurt und vor allem Skyr und Quark, die durch den Proteinboom stark in der Verbrauchergunst liegen.
Die Biomilchpreise erhielten im September leichte Impulse. Nach aktuellen Auswertungen vom VMB reagierten erste Molkereien mit höheren Milchauszahlungspreisen auf die Marktsituation. Der durchschnittliche Biomilchpreis legte in Bayern um 0,6 Cent auf 65,8 Cent/kg zu (bei 4,2 % Fett, 3,4 % Eiweiß, netto ab Hof). Die schwächere Entwicklung von März bis August konnte somit im bayerischen Mittel wieder ausgeglichen werden. Vor diesem Hintergrund schrumpft der Rückstand zum Vorjahresmonat auf nur noch 1,8 Cent/kg. Bis zum Jahresende dürften noch weitere Molkereien mit Preisanhebungen folgen entsprechend wird mit stabilen bis festen Biomilchpreisen gerechnet.
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