Die Ergebnisse der jüngsten Viehzählung zum Stichtag 3. November 2025 wurden bereits im Artikel vom 08.01.2026 (https://www.milchbauernservice.de/news/news-detail/milchviehbestaende-bayern-ergebnisse-zum-stichtag-03november-2025) vorgestellt.
Kernaussagen waren:
- Langfristiger Rückgang der Rinder- und Milchkuhbestände hält an.
- Leichte bundesweite Stabilisierung bei Milchkühen, aber keine Trendwende.
- Strukturwandel geht weiter: weniger Betriebe, größere Herden.
- Bayern ist stärker vom Rückgang betroffen als der Bundesdurchschnitt.
Aktuelle regionale Zahlen für Bayern
Ergänzend zu den bundesweiten Ergebnissen hat das Fachteam des Bayerischen Landesamts für Statistik nun detaillierte Auswertungen auf Ebene der Regierungsbezirke und Landkreise veröffentlicht. Danach werden zum Stichtag 3. November 2025 in Bayern 37.434 Rinderhaltungen mit insgesamt 2.713.070 Tieren gezählt. Im Vergleich zu 2024 (38.092 Haltungen, 2.733.203 Tiere) ergibt sich ein Rückgang von rund 0,7 % beim Rinderbestand und 1,7 % bei den Haltungen.
Auf Ebene der Regierungsbezirke verteilen sich die Bestände wie folgt:
- Oberbayern: 824.854 Tiere (+0,2 %) – einzige leichte Zunahme in Bayern.
- Schwaben: 592.038 Tiere (–0,8 %)
- Niederbayern: 391.283 Tiere (–1,1 %)
- Oberpfalz: 372.584 Tiere (–1,3 %)
- Mittelfranken: 248.344 Tiere (–1,5 %)
- Oberfranken: 188.738 Tiere (–1,4 %)
- Unterfranken: 95.229 Tiere (–1,2 %)
Landkreise über 100.000 Rinder
Vier Landkreise halten weiterhin mehr als 100.000 Tiere: Ostallgäu (126.444), Rosenheim (124.894), Unterallgäu (118.277) und Traunstein (100.380).
Milchkuhbestand und Strukturwandel
Der bayerische Milchkuhbestand liegt bei rund 1.030.887 Tieren (–0,5 % gegenüber 2024). Die Zahl der Milchkuhhaltungen ist auf 21.676 Betriebe gesunken (–3,5 %), während die durchschnittliche Herdengröße auf 48 Kühe pro Betrieb steigt. Die größten Bestände finden sich in Mittelfranken (59 Kühe), Unterfranken (57 Kühe) und Oberfranken (56 Kühe). Die kleinsten Bestände liegen weiterhin in Oberbayern mit durchschnittlich 43 Kühen.
Fazit:
Die Daten bestätigen den anhaltenden Strukturwandel in Bayern: Immer weniger Betriebe halten mehr Tiere, und der Rückgang der Milchkuhbestände setzt sich fort – trotz der leichten Stabilisierung in Oberbayern. Bayern bleibt stärker vom Rückgang betroffen als der Bundesdurchschnitt. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit einer nachhaltigen Strategie zur Stabilisierung der Milchviehbestände und der regionalen Betriebe.