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Tierseuche Teil 10: Epizootische Hämorrhagische Krankheit (EHD)

Die Epizootische Hämorrhagische Krankheit breitet sich seit 2022 in Südeuropa aus. Tierhalter empfänglicher Arten wie Rinder sollten ihre Tiere impfen lassen, da die Krankheit zu Fieber, Milchleistungsverlust, Lahmheit und Fortpflanzungsstörungen führen kann. Todesfälle sind selten, aber trächtige Tiere können Aborte oder Missbildungen erleiden.

Ursache der EHD:
Verursacht wird die EHD durch das Epizootische Hämorrhagische Virus (EHDV), ein Reovirus aus der Familie der Sedoreoviridae, eng verwandt mit dem Blauzungenvirus (BTV).

  • Kein direkter Tier-zu-Tier-Kontakt erforderlich
  • Nicht auf den Menschen übertragbar
  • Die Erkrankung ist schwer kontrollierbar

Verbreitungswege der EHD:
Die EHD wird vektorübertragen, hauptsächlich durch kleine Mücken der Gattung Culicoides (Gnitzen):

  1. Übertragung durch Gnitzen
    • Gnitzen stechen Rinder und übertragen das Virus beim Blutsaugen
    • Infizierte Gnitzen nehmen das Virus auf, indem sie Blut von infizierten Tieren saugen
  2. Klimatische Faktoren
    • Warme Temperaturen und veränderte Klimabedingungen begünstigen die Verbreitung der Gnitzen
    • Daher breitet sich EHD zunehmend auch in Europa aus
  3. Indirekte Übertragung
    • Eine seltene Übertragung über Organe oder Blutproben ist möglich

Maßnahmen gegen EHD:

Gegen EHD stehen Impfstoffe, zum Beispiel für den Serotyp EHDV-8, zur Verfügung, und eine Impfung wird insbesondere in Risikogebieten nahe betroffener Regionen dringend empfohlen. Die Symptome bei infizierten Rindern ähneln denen der Blauzungenkrankheit (BTV) und umfassen Fieber, Fressunlust, Gesichtsödeme, Schleimhautläsionen, Atemnot, Lahmheit sowie Milchleistungsabfall und Fortpflanzungsstörungen. Zusätzlich können Tierhalter Maßnahmen zur Vektorkontrolle ergreifen, etwa die Stallhaltung während der Dämmerung, den Einsatz von Insektenschutzgittern und Repellentien sowie ein konsequentes Gülle- und Mistmanagement. Eine engmaschige Überwachung der Tiere, besonders in den Sommer- und Herbstmonaten, ist entscheidend. Unklare Symptome sollten umgehend tierärztlich abgeklärt und entsprechende Proben genommen werden. Ergänzend können Sensoren zur Kontrolle von Temperatur, Fress- und Bewegungsverhalten eingesetzt werden, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
Im Falle eines Verdachts besteht eine Meldepflicht gegenüber dem zuständigen Veterinäramt.

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