Bovine Virusdiarrhoe (BVD) ist eine weit verbreitete Viruserkrankung bei Rindern, die weltweit vorkommt. Die Krankheit kann akute Erkrankungen mit Fieber, Durchfall, verminderter Milchleistung und Aborten verursachen, ist jedoch besonders problematisch durch die persistierend infizierten Tiere (PI-Tiere), die das Virus ständig ausscheiden und als Hauptquelle der Infektion dienen. Eine konsequente BVD-Bekämpfung ist daher entscheidend für Tiergesundheit und Wirtschaftlichkeit.
Ursache der BVD:
Die Bovine Virusdiarrhoe wird durch das Bovine Virusdiarrhoe-Virus (BVDV) verursacht, ein Pestivirus aus der Familie der Flaviviridae.
Ursache der EHD:
- Hohe Ansteckungsfähigkeit innerhalb der Rinderpopulation
- Persistente Infektion möglich, besonders bei intrauteriner Infektion von Feten
- Nicht auf den Menschen übertragbar
Verbreitungswege der BVD:
Das Virus breitet sich auf mehreren Wegen aus:
- Direkter Tierkontakt:
- Übertragung erfolgt durch Speichel, Nasen- und Augensekret, Urin, Kot und Milch von infizierten Tieren.
- Besonders gefährlich sind persistierend infizierte Tiere, die das Virus kontinuierlich ausscheiden.
- Indirekter Kontakt:
- Über kontaminierte Futter- und Wasserbehälter, Stallausrüstung, Kleidung oder Fahrzeuge.
- Virus kann auf Oberflächen für begrenzte Zeit infektiös bleiben.
- Vertikale Übertragung:
- Trächtige Kühe, die während der frühen Trächtigkeit infiziert werden, können persistierend infizierte Kälber zur Welt bringen.
- Diese PI-Tiere zeigen selbst häufig keine Krankheitssymptome, sind aber hoch infektiös.
- Tiertransporte:
- Transport von Tieren, besonders PI-Tieren, begünstigt die schnelle Ausbreitung innerhalb und zwischen Betrieben.
- Seltene Übertragungswege:
- Blutprodukte, Samen bei Besamung oder unzureichend getestete Embryonen können ebenfalls Infektionen übertragen
Maßnahmen gegen BVD:
Die Bekämpfung der BVD basiert auf einer Kombination aus Impfung, Überwachung und Eliminierung von PI-Tieren:
- Testung und Überwachung:
- Regelmäßige Labortests von Kälbern auf Virusnachweis oder Antikörper, um PI-Tiere frühzeitig zu identifizieren.
- Besonders wichtig sind Kontrollen in Zucht- und Milchviehbeständen.
- Elimination von PI-Tieren:
- Identifizierte PI-Tiere werden aus dem Bestand entfernt, um die Weiterverbreitung zu unterbinden.
- Impfung:
- In Deutschland sind verschiedene inaktive und Lebendimpfstoffe gegen BVD zugelassen.
- Impfungen verhindern klinische Erkrankungen und reduzieren die Virusverbreitung, eliminieren aber nicht alle PI-Tiere.
- Besonders bei Betrieben mit noch nicht eliminierten PI-Tieren wird die Impfung empfohlen.
- Hygienemaßnahmen:
- Trennung von Jung- und Alttieren, Desinfektion von Geräten und Stallbereichen, strikte Biosicherheit beim Ein- und Verkauf von Tieren.
- Überwachung digitaler Parameter:
- Sensoren zur Überwachung von Fressverhalten, Bewegungen und Körpertemperatur können frühe Anzeichen von Infektionen erkennen und helfen, schnell zu reagieren.
Untersuchung:
Bei der Kennzeichnung des Kalbes wird gleichzeitig eine kleine Gewebeprobe aus dem Ohr entnommen. Diese Ohrstanzprobe enthält Zellen des Tieres und wird im Labor mittels PCR auf BVD-Virus untersucht. Da ein PI-Tier das Virus dauerhaft in seinem Körper trägt, lässt sich damit bereits in den ersten Lebenstagen feststellen, ob das Kalb persistent mit BVDV infiziert ist. Die Untersuchung ermöglicht somit eine frühe und zuverlässige Identifizierung von PI-Tieren, bevor diese unerkannt zur Infektionsquelle für den Bestand werden. Weitere Einblicke in die Untersuchung über eines der Untersuchungslabore (TGD) kann hier eingesehen werden:
https://www.instagram.com/p/DXChqLFDZHK/
Handlungspflichten:
Tierhalter sind verpflichtet, verdächtige Fälle oder den Nachweis von PI-Tieren unverzüglich dem zuständigen Veterinäramt mitzuteilen. Engmaschige Beobachtung der Herde, insbesondere der Jungtiere, ist entscheidend, da sie an den häufigsten klinischen Symptomen zeigen.