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Zum Weinen: Trockenheit beeinflusst Märkte

Es ist ein ständiger Begleiter der Landwirtschaft: Das Wetter! Noch im vergangenen Jahr sind die Ernten durchweg sehr gut, teilweise "zu gut" (Stichwort: Kartoffeln) ausgefallen. Auch die Futterbaubetriebe haben davon gut profitiert, konnten sowohl in Qualität wie Quantität beste Erträge einfahren. Das war eine hervorragende Grundlage, in den vergangenen 12 Monaten (zu) viel Milch erzeugen zu können, mit bekanntem Einfluss auf die Milchpreise. In diesem Jahr ein nahezu komplett anderes Bild: Ausbleibender Regen mit langanhaltender Trockenheit mit früh- bis notreifer Vegetation prägen das Landschaftsbild. Und das sogar in Regionen, wo wirklich zu wenig Regen nur ganz selten zu beklagen ist.

Das hat - früher oder später - Auswirkungen auf die Märkte, auch im Bereich der Nutztierhaltung und hier speziell in der Rinder- und Milchviehhaltung: Nachdem die Hoffnung auf Niederschläge sich Woche für Woche nicht erfüllen, erfolgen bereits erste Reaktionen auf den Betrieben: So meldet die Marktberichtstelle des Bayerischen Bauernverbandes diese Woche eine erhöhte Abgabebereitschaft für Schlachtkühe, die im Süden deutlich höher ausgeprägt war als im Norden Deutschlands. Etwa 1.000 Schlachtkühe (= ca. 20 Prozent) mehr als in der Vorjahreswoche wurden festgestellt während dies aber in Bayern noch nicht als Überreaktion gesehen wird, klingt die jüngste Pressmeldung des Landesbauernverbandes in Baden-Württemberg https://www.staatsanzeiger.de/nachrichten/zu-wenig-futter-wegen-hitze-bauern-muessen-notschlachten/ schon dramatischer: Erste Notschlachtungen, zum Teil sind bereits vorhandenen Schlachtkapazitäten überschritten!

Und wie sieht es auf den Milchmärkten aus: Auch wenn sich die Voraussetzungen mit dem Blick auf die Futterversorgung für den Winter in den kommenden Wochen weiter verschlechtern, wird kurzfristig nicht mit einer spürbaren Verbesserung der Milchauszahlungspreise zu rechnen sein. Hintergrund sind die bestehenden Kontraktvereinbarungen zwischen Molkereien und dem Lebensmitteleinzelhandel. Diese wurden im Frühjahr für das Segment Käse und im Frühsommer für die "weiße Linie" zu einem Zeitpunkt abgeschlossen, als mehr als genug Milch zur Verarbeitung vorhanden war. Diese Kontrakte werden bis in den späten Herbst hinein Bestand haben. Insgesamt ist derzeit immer noch genug Milch am Markt verfügbar, ungeachtet der jüngsten Probleme um das Auftreten einer neuen Seuche vor allem in Baden-Württemberg. Die Spotmärkte als Indikator für die kurzfristige Verfügbarkeit von Rohmilch haben diese Woche zum ersten Mal heftig reagiert und sind für Rohmilch mit etwa 45 Cent/l im Süden auf das Niveau geklettert wie bei der letzten Hitzewelle Ende Juni. Den größten Sprung machte allerdings der Rahm, der um fast 1 Cent auf etwa 5 Cent/Fetteinheit geklettert ist. Wenig Regung und Bewegung zeigte sich vergangene Woche noch an den Terminmärkten, was sich aber durch die jüngste stärkere Nachfrage nach Rahm ändern könnte.

 

 

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