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Aus bei Anbindehaltung: Niedersachsen macht (bitter) ernst

Am 13. Februar 2026 hatten wir auf unserer VMB-Website darüber informiert, dass das nach Bayern zweitgrößte Rinderland Niedersachsen per Allgemeinverfügung plant, die Anbindehaltung von Rindern in jeglicher Form zu untersagen, zum Teil mit ganz geringen Übergangsfristen. Zur Erinnerung verweisen wir nochmals auf unsere damaligen Ausführungen hier. 

Am gestrigen 2. Juni 2026 wurden nun weitere Nägel mit Köpfen gemacht: Mit einem entsprechenden Runderlass hat das von der grünen Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte geführte Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz die Veterinärbehörden angewiesen, binnen 4 Wochen entsprechende Allgemeinverfügungen zu erlassen. Für die betroffenen, noch weit über 1.000 Rinder haltenden Betriebe sollen dabei unterschiedliche Übergangsfristen für den Ausstieg gelten. Nochmal zur Info: Auf der Grundlage der Zahlen aus 2025 werden in Niedersachsen rund 2,2 Mio. Rinder in ca. 18.000 Betrieben gehalten.

  • Besonders heftig und zeitlich eng wird es für Rinder haltende Betriebe mit ganzjähriger Anbindehaltung, die innerhalb von sechs Monaten nach Bekanntgabe der jeweiligen Allgemeinverfügung melden müssen, ob sie umzubauen gedenken oder die Milchvieh und Rinderhaltung einstellen wollen. Für die Umstellung oder die Aufgabe der Haltung bleiben anschließend nur extrem knapp bemessene 18 Monate Zeit.
     
  • Bei Kombihaltung oder saisonaler Anbindehaltung gelten dagegen längere Fristen. Hier muss die Meldung binnen drei Jahren erfolgen. Der Umbau muss dann spätestens nach sieben Jahren abgeschlossen sein. Hier kann in begründeten Einzelfällen die Frist um weitere zwei Jahre verlängert werden.

Genauere Informationen über das geplante Vorgehen kann man aus der Pressemeldung des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums (one-paper) sowie dem ausführlichen “Runderlass” entnehmen.

Die Auswirkungen werden bis in den Süden Deutschlands, vor allem in Bayern mit seiner bekannten Situation bezüglich Haltungsformen bei Milchvieh/Rinder zu spüren sein. Es ist sicher nicht zu befürchten, dass seitens der bayerischen Staatsregierung resp. Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber ein solcher Kahlschlag jemals ins Auge gefasst werden wird. Auch nicht im benachbarten Baden-Württemberg durch den neuen Landesvater Cem Özdemir, der noch im November 2024 aufgrund des Bruches der Ampelkoalition mit der Novellierung des Tierschutzgesetzes kurz vor Ziellinie gescheitert war - zum Glück für eine große Zahl bayerischer Milchvieh- und Rinderhalter. Zudem wird das Agrarressort im Ländle vom Koalitionspartner Union geführt. 

Allerdings wird durch den Vorstoß Niedersachsens wohl von der Marktseite her neue Dynamik in die Diskussion um die Haltungsformen im Rinderbereich hineingetragen. In Verbindung mit der seit dem 1. Juni 2026 nun gebilligten Übernahme der DMK Group (mit den meisten Milcherzeugern im Stammland Niedersachsen) durch ARLA Foods muss man größte Sorge haben, dass neben dem "Auslaufmodell ganzjährige Anbindehaltung" auch die Kombihaltung mit temporärer Anbindung massiv unter Druck gerät. Die einschlägigen Gegner der Nutztierhaltung, allen voran die teils ideologisch-militanten "Tierrechtsorganisationen", aber auch Tierschutzverbände haben jetzt wieder massiv Rückenwind bekommen.

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