Konventioneller Milchpreis (oGT): Preisaufschläge mehren sich
Die überdurchschnittlich heißen Tagestemperaturen und die Ausbreitung des Shamonda-Virus haben im August die Milcherzeugung beeinflusst. Trockenheit vor allem in Süddeutschland und einigen Teilen Europas sorgen für Verunsicherung bei der Rohstoffverfügbarkeit. Ein rückläufiges Milchaufkommen und deutlich schwächere Milchinhaltsstoffe erhöhten am Rohstoffmarkt die Nachfrageimpulse und hatten die Spotkurse angetrieben. Tragende Säule war dabei die Eiweißverwertung. Die Forderungen für Magermilch und -konzentrat bewegten sich 40 bis 50 % über dem Vorjahr und die Notierungen für Magermilchpulver sind seit Jahresbeginn um durchschnittlich 55 % gestiegen. Ein historisch hohes Niveau erreichten die Abgabepreise für Molkenpulver, die sowohl das Vorjahresniveau als auch seit Jahresbeginn einen Preisanstieg von rund 75 % verzeichneten. In der Fettverwertung entwickelten sich die Erlöse im bisherigen Jahresverlauf verhalten. Für Rahm wurde im August zwar erstmals wieder die Marke von 5 Cent/% Fetteinheit überschritten, liegen aber weiterhin rund 30 % unter dem sehr hohem Niveau des Vorjahres.
Im bayerischen Milcherfassungsgebiet mehrten sich im August-Milchgeld die Preisaufschläge. Neben unveränderten Preisen kam es zu Preisanhebungen von bis zu 1,5 Cent/kg. Nach Auswertungen vom Verband der Milcherzeuger in Bayern (VMB) erhöhte sich der durchschnittliche Milchpreis um 0,6 Cent auf 40,5 Cent/kg (bei 4,2 % Fett, 3,4 % Eiweiß, netto ab Hof bei Haltungsstufe 2 falls ausgewiesen). Am deutlichsten waren die Preisanhebungen im Gebiet Schwaben. Im Mittel wurde mit 40,4 Cent/kg um 0,7 Cent mehr ausbezahlt als im Vormonat. Für die Region Nieder-/Oberbayern errechnet sich ein Plus von 0,6 Cent bei durchschnittlich 40,7 Cent/kg. Die Auszahlungsleistung im nordbayerischen Erfassungsgebiet verzeichnete eine Anpassung von 0,4 Cent auf 40,4 Cent/kg Milch. Mit einem insgesamt leicht festeren Preistrend wird auch im September und Oktober zu rechnen sein. Im vierten Quartal stehen die Kontraktverhandlungen mit dem Lebensmitteleinzelhandel an, die dann verstärkt über die Milchpreisentwicklung im ersten Halbjahr 2027 entscheiden werden.
Ökologisch/biologische Milchpreise: stabile Auszahlung im August
Die bayerischen Auszahlungspreise für Biomilch setzten im August hauptsächlich das Niveau aus dem Vormonat unverändert fort. Der VMB ermittelte in der aktuellen Erhebung eine durchschnittliche Auszahlungsleistung von 65,2 Cent/kg (bei 4,2 % Fett, 3,4 % Eiweiß, netto ab Hof). Hatten im Monat zuvor die Milchpreise vereinzelt etwas nachgegeben, zeigte sich im August durchwegs Stabilität. Die Hitze und Trockenheit führte insbesondere in Süddeutschland zu schwächerem bis ausbleibendem Weide- und Grundfutteraufwuchs und hatte zu Beginn der zweiten Jahreshälfte das Biomilchaufkommen gedämpft. Hinzu kam im Verlauf des Augusts die Ausbreitung des Shamonda-Virus. Teilweise berichteten Molkereien von einem Mengenrückgang unter Vorjahresniveau. Wie stark sich der Einfluss von Futterversorgung, reduzierte Viehbestände und die Spätfolgen des Virus auf die Biomilchanlieferung kurz- und mittelfristig auswirkt, bleibt abzuwarten. Mit mindestens stabilen Milchauszahlungspreisen sollte auch in den Herbstmonaten zu rechnen sein.
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