In dieser Woche wurden vom VMB die Milchpreise für den Monat Juli online gestellt: https://www.milchbauernservice.de/news/news-detail/milchpreis-bayern-juli-2026 Ermittelt wurde ein marginales Plus von 0,2 ct/kg bei konventionell erzeugter Milch und ein marginales Minus von 0,1 ct/kg bei Biomilch. Trotz des lang ersehnten Regens im Laufe der Woche wird die extreme Trockenheit und Dürre das Milchaufkommen in den kommenden Monaten noch merklich beeinflussen. Wann sich dies im Milchpreis widerspiegelt, ist aktuell nicht vorhersagbar. Kurzfristig wird und kann dies aber kaum der Fall sein, auch das sei an dieser Stelle nochmals betont. Die Bindung an bestehende Kontrakte mit dem Lebensmitteleinzelhandel bis Ende 2026 seien nochmals in Erinnerung gerufen. Überraschend zu werten ist die Entwicklung bei den Biomilchpreisen, die bundesweit betrachtet sogar rückläufig sind. Natürlich wurde auch bei Biomilch mehr erzeugt als im vergangenen Jahr. In Bayern lag die Erzeugung im ersten Halbjahr 2026 um 4,19 Prozent über dem Vorjahr, im Juni allerdings nur noch 1,97 Prozent. Trotzdem könnte man meinen, dass in einem regional begrenzten und so gut wie nicht von Exporten abhängigen Markt die Biomilchpreise zumindest stabil gehalten werden können, indem man rechtzeitig die Menge der Nachfrage anpasst. Die in den vergangenen Monaten vielfach kommunizierten Umsatzsteigerungen und gute Nachfrage im Bereich Biomilchprodukte sind wohl nur die eine Seite der Medaille.
Mehr Einfluss auf die Markt- und Preisentwicklung nimmt die Trockenheit bereits bei Schlachtrindern. Hier sind vor allem bei den Schlachtkühen die Preise aufgrund höherer Schlachtzahlen merklich unter Druck geraten, liegen noch knapp über der Linie von 5 Euro/kg Schlachtgewicht für HKL3. Vor allem lassen die absoluten Zahlen aufhorchen und bedürfen einer besonderen Erwähnung. So meldete die Markberichtsstelle des Bayerischen Bauernverbandes vergangene Woche für KW 33/2026 die Schlachtung 5.829 Kühen (Vergleich: KW 33/2025 4.686 Kühe). In dieser Woche gingen die Zahlen noch deutlicher auseinander: 3.359 Schlachtkühen in KW 34/2026 standen 5.947 Schlachtkühe in KW 34/2025 gegenüber. Und auch aus Bayern mussten - wie im benachbarten Baden-Württemberg - Betriebe bereits Wartezeiten in Kauf nehmen, bis ihre Tiere zur Schlachtung abgeholt werden konnten. Da die weitere Entwicklung durch die nicht wegzudiskutierende Futterknappheit abzusehen ist, sollte bereits in den kommenden Wochen kontinuierlich selektiert werden, um die Erlöse nicht mehr als nötig unter Druck zu setzen.